Frauentausch wurde verklagt! Eine ehemalige Kandidatin sah sich nach der Ausstrahlung einer Sendung in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt und zog vor Gericht. Das Ergebnis: Der Richter gab der „Tauschmutter“ recht.

Was für den „Frauentausch“-Zuschauer ein Spaß ist, ist für die Kandidaten nicht immer lustig. Deshalb verbot jetzt das Berliner Landgericht der verantwortlichen Produktionsfirma eine wiederholte Ausstrahlung der Folge, worin die Klägerin zu sehen ist. „Sie wird als überforderte und geistig verwirrte, bei ihren Kindern unbeliebte Mutter der praktisch veranlagten, durchsetzungsfähigen, sympathischen und ordentlichen Tauschmutter gegenüber gestellt“, so der Richter laut dem express. Sollte sich die Produktionsfirma nicht daran halten, wird es schnell teuer: Bis zu 250.000 Euro Strafe müssten die Verantwortlichen zahlen. Natürlich hatte die Kandidatin - wie in solchen Fällen üblich – vor dem Dreh eine Einwilligungserklärung unterschrieben. Darin hieß es aber, es handelt sich um eine „TV-Dokumentations-Serie“ mit Dokumentationscharakter. Da jedoch durch Schnitt und Off-Kommentar das Bild – allein zum Zwecke der Verspottung - zu sehr verfälscht wurde, gab der Richter der Frau recht.

Eine finanzielle Entschädigung ist aber nicht drin, so schwerwiegend sei das Persönlichkeitsrecht dann doch nicht verletzt worden. Die Frau wollte mindesten 15.000 Euro von der Produktionsfirma haben. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.