Durch welche Platten wühlen sich die Beamten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wohl am häufigsten? Es liegt die Vermutung nahe, dass sich die BPjM-Mitarbeiter besonders oft Alben deutscher Rapper anhören müssen. Nachdem bereits die CD „Banger leben kürzer“ von Farid Bang (26) ein Dorn im Auge der Prüfstelle war, wird jetzt auch ein weiteres Album für den freien Verkauf an Minderjährige gesperrt.

Das Kollaborations-Werk mit Kollegah (27) namens „Jung, brutal, gutaussehend“, das bereits 2009 erschien, landet mit reichlich Verspätung jetzt ebenfalls auf dem Index. Schwebte das Album, das sich Platz 30 der Charts sicherte, bislang unter dem Radar der Jugenschützer, wies das Bremer Jugendamt die Verantwortlichen auf den in ihren Augen fragwürdigen Longplayer hin. Die Vorsitzende der BpjM, Petra Meier, begründete die Indizierung auf Nachfrage von 16bars folgendermaßen: „Grund hierfür sind die in den Liedern geäußerten drastischen Gewaltdarstellungen. Bei der Abwägung zwischen Kunstfreiheit (Battle-Rap, Gangsta-Rap) und Jugendschutz (verrohende Wirkung auf Kinder und Jugendliche) hat das Gremium die Jugendschutzbelange als vorrangig eingestuft.“

Ab dem 29. Juni wird diese Entscheidung schließlich offiziell verkündet. Auf Facebook postete Kollegah unter Bezugnahme auf diese Entscheidung einen Auszug aus einem seiner älteren Songs: „Mein Rap ist zukunftsweisend wie Schulungsreisen, doch anstatt den gutzuheißen, will die BPjM den indizieren, wie Hut und Peitsche..." Zudem liefern die beiden Hop Hopper ihren „Freunden“ von der Prüfstelle wohl bald schon neue Arbeit. Denn Farid Bang und Kollegah wollen ein zweites gemeinsames Album nachlegen.