Der erste Schatten legt sich aus deutscher Sicht über die bisher so erfolgreichen Olympischen Spiele. Die Ruderin Nadja Drygalla (23) hat gestern das Olympische Dorf verlassen, doch nicht etwa ein kritischer Gesundheitszustand, sondern etwas viel Schockierenderes hat sie zu diesem Schritt gezwungen. Es kamen Nazi-Vorwürfe auf, woraufhin der deutsche Ruderverband zum Gespräch mit Drygalla bat, wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) heute Morgen offiziell bestätigte.

Innerhalb dieser Unterredung erhielt der DRV-Sportdirektor Mario Wold und DOSB-Generalsekretär Dr. Michael Vesper „Erkenntnisse aus dem privaten Umfeld“, die dazu geführt hatten, gemeinsam die Abreise zu beschließen. Worum genau handelt es sich also bei diesen ominösen „Erkenntnissen“? Die Rostockerin soll mit dem NPD-Funktionär Michael Fischer zusammen sein. Es heißt, dieser sei Anführer der Kameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“ und soll im letzten Jahr im Landtagswahlkampf für die NPD angetreten sein. Dass Drygalla selbst eine gefährliche nationalsozialistische Gesinning hat, wurde zwar dementiert, denn sie habe laut Vesper „glaubwürdig bekräftigt, dass sie sich zu den Werten der Olympischen Charta und den in der Präambel der DOSB-Satzung niedergelegten Grundsätzen bekennt“, nichtsdestotrotz sei diese Entscheidung nötig gewesen.

Die Ruderin will damit vermeiden, dass ihr Team zu sehr belastet wird. Es wurde bereits eine Pressekonferenz angekündigt, die weitere Informationen bringen soll. Die Sportlerin war erstmals bei Olympia im Achter gestartet, ist dann allerdings bereits im Vorlauf ausgeschieden.