Am Freitag erst wurden die Olympischen Spiele in Englands Hauptstadt London sehr aufwendig eröffnet und seither blickt die Welt in die Stadt der Queen, der roten Busse sowie des zum Teil skurrilen Essens.

Und schon jetzt sorgt die deutsche Turnelite für die ersten Schlagzeilen und zwar nicht aufgrund ihrer Leistungen. Marcel Nguyen (24), Kunstturner mit vietnamesischen Wurzeln, geriet in die Kritik, weil er sein großflächiges Brust-Tattoo bei den Wettkämpfen zunächst abdecken sollte. Seit gut zwei Monaten prangt auf seinem Oberkörper der Spruch: „Pain is Temporary – Pride is Forever“. Übersetzt bedeutet dies „Qualen vergehen – Stolz bleibt für immer“. Die offizielle Seite stört diese Weisheit, weshalb Nguyen beim Vorkampf sein Motiv mit Schminke abdecken musste. DTB-Teilmannschaftsleiter Sven Karg sagt zu der Debatte: „Wir finden das nicht sehr ästhetisch, weil der Anfang und das Ende des Tattoos unter dem Trikot hervorgucken. Deshalb soll er es verdecken.“ Der Barren-Spezialist, der sich bereits dreimal den Titel als Europameister sichern konnte, musste also zu Camouflage greifen, um seinen schwarzen Schriftzug, der sich oberhalb seiner Brustwarzen befindet und rundlich seine Brust umspielt, abzudecken. Jetzt jedoch die Wende, denn das Internationale Olympische Komitee (kurz IOC) gab Entwarnung.

Christian Klaue, Sprecher des deutschen Olympia Teams dazu: „Wir haben uns beim IOC noch einmal erkundigt. Verboten sind nur religiöse und politische Botschaften, nicht Tattoos im Allgemeinen. Er muss es also nicht überdecken.“ Somit steht also fest, dass die Welt am heutigen Montag nicht nur Marcels Sportkünste, sondern auch seinen tätowierten Körper bestaunen darf.