Schon von Anfang an sorgte der junge Turner Marcel Nguyen (24) bei der Olympiade in London für Schlagzeilen, jedoch zunächst nicht wegen seiner Leistungen, sondern wegen eines auf seiner Brust tätowierten Schriftzugs. Erst hieß es, er solle es überschminken, dann wurde diese Forderung wieder zurückgezogen, weil es sich ja nicht um eine religiöse oder politische Botschaft handelt. Doch gestern konnte er dann zeigen, warum er eigentlich nach London gereist ist – nämlich, um Medaillen zu gewinnen!

Der 24-Jährige beendete gestern endlich die 76 Jahre währende Durstrecke in der olympischen Disziplin des Mehrkampfs, indem er Silber holte. Nur einer war besser, der Japaner Kohei Uchimura (23), der seine frühe Führung souverän behauptete. Doch das trübte Marcels Freude auf keine Weise, er war eher ziemlich „überrascht, dass es so gut geklappt hat“. Denn eigentlich war sein Kollege Fabian Hambüchen (24) als deutscher Favorit gehandelt worden. Dieser patzte aber an gleich drei Geräten und verspielte seine Chance auf einen Medaillenplatz.

Marcel dagegen blieb ziemlich ruhig und erklärte nach seiner Performance: „Ich habe mir gedacht, jetzt machst du mal eine Übung, wie du sie im Training gemacht hast.“ Dieser Plan ging auf und so wurde der junge Turner nach Uchimura der beste des Wettkampfs. Da durfte er seine Silbermedaille anschließend lachend bestaunen, während wir uns über eine weitere Auszeichnung für Deutschland freuen können.