Es ist die Sensation bei den Olympischen Spielen 2012! Allein die Tatsache, dass Oscar Pistorius (25) bei den Wettkämpfen antreten darf, ist ein riesiger Erfolg. Denn dem Südafrikaner fehlen von Geburt beide Unterschenkel, die heute durch High-Tech-Prothesen ersetzt werden. Dass er trotz seiner Behinderung in London bei den Spielen nicht als behinderter Sportler antreten darf, erkämpfte er sich in einem Urteil vor dem internationalen Sportgerichtshof, welches widerlegt, dass ihm durch seine Prothesen ein Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten entsteht.

Und genau dieses Durchsetzungsvermögen, welches er damals für seinen großen Traum schon einsetzte, bewies er gestern auch im Stadion in der englischen Hauptstadt, wo die Vorrunden-Läufe im 400-Meter-Sprint stattfanden. Pistorius landete mit einer sensationellen Zeit von 45,44 Sekunden auf dem zweiten Platz und hat es somit ins Halbfinale geschafft, das am Sonntag ausgetragen wird.

Ob der erste Sprinter ohne Unterschenkel in der Geschichte der Olympischen Spiele auch der gleichzeitig der erste sein wird, der eine Medaille holen wird? Zuzutrauen und zu wünschen wäre es Oscar Pristorius auf jeden Fall! Vor sechzig Jahren hatte es die letzte olympische Medaille für einen behinderten Sportler gegeben. Damals holte Karoly Partyka, der seine rechte Hand bei einer Granaten-Explosion verloren hatte, im Schießen Gold für Ungarn.