Als „Sieger der Herzen“ betitelt zu werden dürfte für die wenigstens Profi-Sportler ein Trost sein, schließlich tritt jeder an, um letztlich auch wirklich zu gewinnen. Im Fall von Oscar Pistorius (25) gibt es aber wohl keinen Begriff, der ihn besser beschreibt.

Der Athlet sorgte bei den Olympischen Spielen für Furore wie kaum ein anderer, denn er schrieb als erster doppelt unterschenkelamputierter Läufer Geschichte. Das 400-Meter-Halbfinale war wohl das emotionalste Rennen der gesamten Wettkämpfe. Der „Blade Runner“ wurde mit einer Zeit von 46,54 Sekunden Letzter, aber nach dem Zieleinlauf ging Sieger Kirani James (19) auf ihn zu und tauschte mit Pistorius sein Namensschild als Zeichen seines großen Respekts. James, der im Finalrennen Gold holte, erklärte: „Er ist eine Inspiration für uns alle. Was er macht, fordert viel Courage und viel Selbstvertrauen. Er ist etwas ganz Besonderes für unseren Sport.“

Das Ausscheiden ist für den „schnellsten Mann ohne Beine“, wie er oftmals in der Presse genannt wird, ein Traum in Erfüllung gegangen. Das Erreichen des Halbfinales sei das gewesen, worauf er sechs Jahre lang hingearbeitet habe. Die beiden Läufer verkörpern damit den Olympischen Geist auf eine unvergleichliche Weise. Auf Twitter dankte er allen, die ihn unterstützt haben: „Guten Morgen, ich bin überwältigt von den tausenden von Glückwunschnachrichten. Danke, dass ihr das zu einem der größten Momente meines Lebens gemacht habt!“