„Like A Virgin“, also wie eine Jungfrau, führte sie sich auch in den frühen Tagen ihrer Karriere nicht auf – Madonna schien schon immer klar zu sein, dass sie zum Star geboren wurde. Die Pop-Diva hält sich seit ihrem Debüt-Song „Holiday“ im Jahr 1983 hartnäckig an der Spitze und will dort auch nicht wieder weg.
Wenn man sie zum alten Eisen legen möchte, dann erfindet sie sich jedes Mal wieder neu und wirft Hits ins Rennen, anstatt in Rente zu gehen.
Ihre Nummer-1-Songs lassen sich nicht an zwei Händen abzählen: „Like A Virgin“, „Papa Don't Preach“, „Like A Prayer“, „Frozen“, „American Pie“, „Music“ und viele andere Nummern sind heute so beliebt wie eh und je. Aber Madonna ist nicht nur Sängerin. Musik, Kunst, Film und Tabubruch sind ihre Stärken. Wobei ihre Filmkarriere mehr als umstritten ist. Für „Dick Tracy“ wurde sie gelobt, für „Evita“ bekam sie sogar einen Golden Globe. Auf der anderen Seite hagelte es oft Kritik, beispielsweise für „Body of Evidence“, ein versuchter „Basic Instinct“-Aufguss.
Ein gutes Händchen für tolle Drehbücher hat Madonna leider nicht. Sie wurde sogar zur „Schlechtesten Schauspielerin des Jahrhunderts“ gekürt, auch wenn sie zwischendurch immer mal wieder eine gute Rolle für sich fand.
Mit ihrer Musik traf die „Queen of Pop“ allerdings durchgehend den Zeitgeist. Lockerer Pop in den 80ern mit Nummern wie „Lucky Star“, intensive Balladen wie „Don't Cry for Me Argentina“ im Jahr 1997 oder auch schnelle Dance-Nummern wie „Ray of Light“ bis hin zu R&B- und Hip-Hop geprägten Songs auf ihrem 2008er Album „Hard Candy“.
Nebenher legte sie immer viel Wert auf ihre Selbstinszenierung und baute ihre Karriere auf Tabubrüchen und Schockeffekten. Sie spielte oft mit den Symbolen der katholischen Kirche, mit der sie eine Art Hassliebe verbindet, und geizte nie mit Nacktaufnahmen.
Die Legende, dass sie sich mit einer Handvoll Dollar nach New York begab, um sich als Kellnerin, Tänzerin und mit Nacktfotos durchzuschlagen, gilt als bestätigt. Mit ihrem Fotoband „SEX“ Anfang der 90er zeigte sie alles. Sobald sich die Menschen an ihre Nacktheit gewöhnt hatten, knöpfte sie sich wieder zu und schrieb gut zehn Jahre später Kinderbücher. Sie selbst hat vier Kinder. Zwei Eigene aus der Ehe mit
Guy Ritchie und zwei Adoptivkinder aus Malawi.
Live-Küsse bei MTV mit
Britney Spears und
Christina Aguilera, sich selbst als Gekreuzigte inszeniert...
Man weiß nie, was Madonna als Nächstes vorhat. Aber genau das macht den Reiz der Pop-Ikone aus, die viel für die weibliche Emanzipation getan hat. Madonna eben, wie sie seit jeher geliebt wird.