Ist das ein Aufreger? US-Medien stellen zurzeit das Berliner Wachsfiguren-Museum Madame Tussauds in Frage, die am Freitag einen neuen Ausstellungsbereich eröffneten. Besucher können nun Anne Frank in ihrem Versteck über die Schulter schauen.

Die Jüdin, deren Tagebuch die Geschehnisse der Nazi-Verfolgung auf ergreifende Weise dokumentiert, ist heute weltweit eines der am meisten gelesenen Bücher. Während der Besetzung der Niederlande versteckte sich Anne mit ihrer Familie in einem geheimen Raum im Büro des Vaters, die Nazis fanden die Familie jedoch und veranlassten den Transport in verschiedene Konzentrationslager. Anne und ihre Schwester starben schließlich 1945 kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs in Bergen-Belsen an Typhus. Sie wurde nur 15 Jahre alt, doch noch heute erzählt ihre Geschichte auf realistische Art und Weise die schrecklichen Geschehnisse.

Wie der Internetdienst TMZ nun anprangert, passe Anne Frank nicht so recht zwischen Stars wie Marilyn Monroe (†36), Lady GaGa (25) oder Justin Bieber (18). Dort heißt es: „In einem, gelinde gesagt, interessanten Schachzug, hat der Berliner Museumsableger kürzlich eine Ausstellung eröffnet, in der eine lächelnde, jugendliche Frank in ihrem Tagebuch schreibt, in einem Raum, der wie jener gestaltet wurde, in dem sie sich während des zweiten Weltkriegs vor den Nazis versteckte.“ Zudem verwies man am Ende darauf, dass das Museum auch eine Wachsfigur von Adolf Hitler (†56) besitze. Der Artikel wird mit der Überschrift „Anne Frank zurück in Deutschland“ betitelt – eine Anspielung auf die Deportationen während der NS-Zeit.

Zugegebenermaßen scheint es etwas fragwürdig, eine lächelnde Anne Frank so in Szene zu setzen, davon abgesehen kann die Ausstellung jedoch auch für neuen Diskussionsstoff sorgen, insbesondere bei jungen Besuchern, die sich mit der schwerwiegenden Vergangenheit auf ungezwungene Weise konfrontiert sehen und auseinandersetzen sollen. Auch bei uns löste die Ausstellung rege Kritik aus und so wollen wir von euch wissen: Gehört Anne Frank und damit die NS-Vergangenheit ins Wachsfigurenkabinett?