Der britische Filmemacher Ken Russell starb am vergangenen Sonntag im Alter von 84 Jahren, wie seine Familie heute bestätigte. Nach Aussage seines Sohnes Alex ging er „mit einem Lächeln auf den Lippen“.

Russell galt stets als „Enfant terrible“ des Kinos und war für seine provokanten und teilweise skandalösen Filme berühmt-berüchtigt. Sein internationaler Durchbruch als Spielfilmregisseur gelang ihm mit der Verfilmung eines D. H.-Lawrence-Romans, „Liebende Frauen“, für die er im Jahr 1970 sogar für einen Oscar nominiert war. Außerdem führte Russell bei der legendären Rock-Oper „Tommy“ Regie, die 1974 von und mit der Rockband „The Who“ in die Kinos kam. Deren Sänger Roger Daltrey (67) spielte dann die Hauptrolle in einem weiteren Werk Russels, dem Komponistenfilm „Lisztomania“. Darüber hinaus drehte er das Musikvideo zu Elton Johns (64) „Nikita“ und trat in „Das Russland-Haus“ selbst als Schauspieler in Erscheinung.

Besonderes Aufsehen erregte sein Werk „Die Teufel“. Das Drama, beruhend auf einer wahren Begebenheit, wurde von einigen Kritikern hochgelobt, vom Vatikan als „eine Beleidigung für die gesamte Welt des Films“ zerrissen. Russell konterte daraufhin mit den prägnanten Worten: „Wir leben nicht in einer Zeit der guten Sitten, sondern in einer, in der man Leute unter der Gürtellinie treffen muss.“ Auch in dem Horror-Genre fasste Russel Fuß und begeisterte mit dem Frankenstein-Film „Gothic“ und der Bram Stoker-Verfilmung „Der Biss der Schlangenfrau“. Sein letzter großer Genie-Streich gelang ihm mit dem umstrittenen Film „Die Hure“ im Jahr 1990. Hiernach war er hauptsächlich als Dozent an Filmhochschulen tätig und nahm für vier Tage an dem britischen Celebrity Big Brother teil.

Wir bekunden seinen Angehörigen hiermit unser Mitgefühl.


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