Statt mit sportlichen Höchstleistungen sorgt Ariane Friedrich (28) derzeit mit einem Skandal für Schlagzeilen. Die Hochspringerin hatte sich gegen einen Mann zur Wehr gesetzt, der sie per E-mail belästigt hatte. Sie veröffentlichte im Internet den Namen und den Wohnort ihres mutmaßlichen Stalkers. Während ihr einerseits eine Welle der Solidarität entgegenschwappte, wurde sie andererseits für diese Aktion stark kritisiert. Wenn man hört, dass eine Frau auf diese Art und Weise sexuell belästigt wird, scheint es auf den ersten Blick wie eine gerechte Strafe, dass die Identität des vermeintlichen Perversen enthüllt wird, um andere zu schützen. Doch rein rechtlich hat sich Ariane, die hauptberuflich sogar selbst Polizistin ist, in eine problematische Lage gebracht. Es wird darüber diskutiert, inwieweit es rechtens ist, dass sie ihren obszönen „Fan“ an den Online-Pranger gestellt hat oder ob sie sich damit vielleicht sogar selbst strafbar gemacht hat.

Um das zu klären, hat sich Promiflash an den Rechtsanwalt Dr. Norbert Beital gewandt, der für uns die Sachlage durchleuchtet hat. Denn es stellt sich das Problem, dass es mindestens zwei Männer mit dem gleichen Namen gibt, die in dem Ort wohnen, den Ariane auf Facebook nennt. „Sie kann nicht beweisen, dass derjenige, der die E-mail geschickt hat, auch tatsächlich einer von den beiden an diesem Wohnort mit diesem Namen ist. Sie müsste nachweisen, dass einer von den beiden, diese E-mail auch tatsächlich an sie geschickt hat und das kann sie im Zweifel nicht“, erklärte uns der Jurist. Solange nicht bewiesen ist, dass derjenige, von dessen E-mail-Account die obszöne Nachricht stammt, auch wirklich der wirkliche Absender ist, bleibt die Schuldfrage offen. Sollte dennoch einer der beiden Herren angeklagt werden, könnte sich die Verteidigung darauf berufen. „Damit haben wir für Frau Friedrich tatsächlich ein strafrechtliches Problem, nämlich das der üblen Nachrede, 186 Strafgesetzbuch“, so die Erläuterung unseres Experten. Wie bereits angekündigt, muss die Sportlerin Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten, damit die Polizei klären kann, wer der eigentliche Stalker ist.

„Insofern bleibt ihr nichts anderes übrig, als eine Strafanzeige zu erstatten, in der Hoffnung, dass bei einem von den beiden der Tatnachweis gelingt. Sollte das im Zuge des Ermittlungsverfahrens nicht gelingen, dann hat sie ein Problem im Nahgang sozusagen. Die Polizei wird von sich aus beide Männer ins Spiel bringen. Wenn die Ermittlungen aber dazu führen, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass definitiv einer von den beiden diese E-mail losgeschickt hat, dann wird das Verfahren gegen die beiden eingestellt. Dann macht sich Frau Friedrich dadurch der üblen Nachrede schuldig, dass sie das im Netz öffentlich gemacht hat, also eine Falschbehauptung gegen zwei Personen verbreitet, das nennt man üble Nachrede“, erläutert der Anwalt. So nachvollziehbar der Impuls des Stalking-Opfers auch sein mag, so problematisch ist diese Aktion rein juristisch gesehen. Erst im Laufe der Ermittlungen wird sich zeigen, ob der wahre Stalker dingfest gemacht werden kann oder Ariane vom Opfer zur Angeklagten wird.

Ariane FriedrichWENN
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Ariane FriedrichActionPress/Gladys Chai von der Laage
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