Es war wohl die Schlagzeile der Woche, als die Moderatorin und Buchautorin Sarah Kuttner (32) nach einer Lesung zu ihrem Buch „Wachstumsschmerz“ wegen Beleidigung angezeigt wurde. Im Rahmen ihrer Lesung soll Sarah angeblich über eine „Negerpuppe“ und deren „30 Zentimeter großen Schlauchbootlippen“ hergezogen sein, die sie einst als Kind geschenkt bekam. So soll sie erzählt haben, wie „ekelhaft und widerlich“ sie diese fand – eine Aussage, die nicht bei allen gut ankam.

Benjamin Bäuml (37), ein Hamburger mit äthiopischen Wurzeln, fühlte sich von Sarahs Äußerungen gekränkt und warf ihr Rassismus vor. Die Moderatorin soll auch bei einem persönlichen Gespräch mit ihm nach der Lesung nicht einsichtig gewesen sein und so folgte eine Anzeige wegen Beleidigung. Sarah selbst scheint das Ganze nicht nachvollziehen zu können und beteuerte nun laut Spiegel Online: „Ich habe mich nicht vergaloppiert, mich nicht verplappert. Meine Worte waren nicht einmal missverständlich.“

Bei einigen Lesungen peppt Sarah, wenn sie Lust darauf hat, das Ganze gerne mit persönlichen Anekdoten auf, doch in Hamburg kam das offenbar nicht so gut an. „Ich habe, wie in der Passage im Buch beschrieben, erzählt, dass die Lippen der Puppe furchtbar und unnatürlich riesig gewesen seien, mit dem ganz klaren und für alle Anwesenden eindeutigen Verweis darauf, wie unrealistisch und rassistisch diese Puppe sei. Ich sagte, dass so eine Puppe heutzutage zu Recht gar nicht mehr hergestellt werden würde“, verteidigt sich Sarah. Also alles nur ein Missverständnis und Sarah zu Unrecht als Rassistin beschuldigt?

Das könnte hier der Fall sein, wenn man einem anderen Besucher der Lesung glauben mag, dem Sänger der Band Die Sterne, Frank Spilker: „Sie erzählte, dass sie die Puppe als stereotyp wahrgenommen hat und sich wunderte, warum ihre aufgeklärten Eltern ihr in den Achtzigern eine solche Puppe geschenkt haben. Sie hat den Altagsrassismus thematisiert, der ihr jetzt vorgeworfen wird.“ Auch die Szenerie nach der Lesung, nämlich das Gespräch mit Bäuml, sei anders abgelaufen, behauptet Sarah: „Er hat behauptet, von mir rassistisch beleidigt worden zu sein. Ich erklärte ihm, weshalb das Unsinn sei und sagte im Laufe des Gespräches: 'Wenn Du die Lesung so furchtbar fandest, gebe ich dir gern persönlich das Eintrittsgeld zurück.“

Ob die Sache mit Sarahs Version der Geschichte wohl aus der Welt ist? So ganz sieht es nicht danach aus, denn auch ihr ehemaliger Moderatoren-Kollege Mola Adebisi (39) meldete sich bereits zu Wort und behauptete, Sarah habe des Öfteren rassistische Witze und Anmerkungen gemacht. Ein Ende des „Negerpuppen“-Skandals ist wohl noch lange nicht in Sicht...

Sarah KuttnerWENN
Sarah Kuttner
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Sarah Kuttner
Mola Adebisi und Sarah KuttnerWENN; Andreas Krufczik/WENN.com
Mola Adebisi und Sarah Kuttner


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