Die Super Nanny Katharina Saalfrank (40) bot im gleichnamigen Format seit Jahren Eltern Hilfestellung bei der Erziehung ihrer Kinder. Doch irgendwann drehte sich nur noch alles um die dramatischen Szenen, nicht mehr um die Hilfe, die die Diplompädagogin ihnen anbot. Nachdem dann auch noch einige Skandale rund um die Sendung die Runde machten, entschloss sich der Sender irgendwann dazu, das Format – in Absprache mit Katia Saalfrank - abzusetzen. „Ich hatte damals das Gefühl, mich nicht mehr weiterentwickeln zu können“, sagte die Pädagogin, die heute eine Praxis für Familienberatung in Berlin betreibt, in einem Interview mit dem Magazin Nido.

„Unterschiedliche Aspekte haben dazu geführt, dass es für mich Zeit war, etwas Neues zu machen. Die Sendung wurde weniger dokumentarisch und es gab kaum Zeit für Gespräche in den Familien“, erklärte Katia jetzt noch einmal das Aus der Serie. Sie wollte die wahre Geschichte zeigen, doch „rundherum gab es aber immer mehr Sendungen, die fiktive, von Drehbuchautoren erfundene Geschichten gezeigt haben“, schwadronierte die 40-Jährige über die Scripted-Reality-Formate. „Unter diesem Druck wurde auch 'Die Super Nanny' immer schneller geschnitten, dazu gab es dramatisierende Zeitlupen, mit Musik unterlegt, alles unnötig.“

Zu Beginn der Dreharbeiten hatte Katia Saalfrank noch einen großen Einfluss auf das Konzept, entschloss sich dazu, die Eltern in den Fokus zu stellen, die ihrer Meinung nach das eigentliche Problem darstellten. Dass die Leute sich gemeldet haben, um ins Fernsehen zu kommen, glaubt sie nicht, vielmehr hätten diese einfach „woanders keine Hilfe mehr bekommen und waren verzweifelt“.

Und auch den Vorwurf der Medienschützer, dass in der Sendung die Kinder und ihr Leid zur Schau gestellt wurden, teilt sie nicht. „Ich kann nur sagen, dass ich vor Ort tatsächlich oft gesehen habe, wie die Menschenwürde verletzt wurde. Aber nicht von uns - sondern in den Familien selbst, wo einige Kinder sehr unschöne Dinge erlebt haben“, so Katia. Dass das Leid der Kinder gezeigt wurde, findet sie richtig. „Die Kinder sollten gesehen werden, mit ihren Kränkungen, ihren Nöten und Ängsten, die sie zu Hause erleben und die sonst niemanden interessieren.“

Obwohl das Format seit mittlerweile einem knappen Jahr abgesetzt ist, vermisst die Pädagogin das Drehen nicht. Lediglich die intensive Arbeit mit den Familien fehlen ihr schon sehr.

AEDT/WENN.com
RTL / Andreas Friese
RTL / Stefan Gregorowius


Tipps für Promiflash? Einfach E-Mail an: tipps@promiflash.de