Einem breiten Publikum wurde Götz George (74) als Horst Schimanski in der Krimi-Reihe Tatort bekannt. Doch nun stellte sich der beliebte deutsche Schauspieler einer großen Herausforderung. Denn in einem Fernsehfilm spielt er nun seinen Vater Heinrich George (✝52). Der zählte zu den großen Mimen der Weimarer Republik und machte unter den Nazis Karriere. Bereits 1933 spielte Heinrich George in dem nationalsozialistischen Propagandafilm "Hitlerjunge Quex" mit und hatte auch Auftritte in den Filmen "Jud Süß" in 1940 und "Kolberg" im Jahr 1945. Auch in der Verfilmung der Puschkin-Novelle "Der Postmeister" von Studiocanal spielte er mit. Obwohl Götz George sich jahrelang verweigerte, die Rolle seines Vaters zu spielen, machte er dies nun doch.

Götz George
SWR/Thomas Kost
Götz George

In dem Fernsehfilm "George", der eine Mischung aus Spiel und Dokumentarfilm ist, spielt der 74-Jährige seinen Vater sehr eindringlich, und das obwohl er ihn kaum kannte. Bei alle dem, bleibt er jedoch immer noch er selbst, Götz George. Die zentrale Frage des Films lautet: Wie weit beugt man sich, um seine Besessenheit leben zu können? Denn George senior kooperierte mit den Nazis, um seine großen Leidenschaft, die Schauspielerei, weiter ausüben zu können. Doch er trat nie in die Partei ein und war stets auch mit Juden, Oppositionellen und anderen Künstler, die von den Nazis als Feinde betrachtet wurden, befreundet. Auch wenn der Tatort-Darsteller die Kooperation mit den Nazis kritisiert, verteidigt er die Entscheidung seines Vaters. Gegenüber dem Spiegel sagte er: "Der musste mitschwimmen, um nicht unterzugehen." Der Film wird am 22. Juli auf arte und am 24. Juli in der ARD ausgestrahlt.

Heinrich George
Studiocanal
Heinrich George
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