Wie in jedem Jahr, stolpert man auch in dieser Vorweihnachtszeit oder an den Feiertagen mindestens ein Mal über "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" im Fernsehen. Für alle Märchenfans ist der Klassiker, eine Co-Produktion der DDR und der damaligen Tschechoslowakei, ein absolutes Muss. Doch selbst wenn man den Klassiker jedes Jahr sieht, so birgt er doch so manches Geheimnis, das nicht viele kennen.

Libuse Safrankova
WDR/DRA
Libuse Safrankova

1. Gedreht wurde vor allem in den Filmstudios in Potsdam-Babelsberg, an der Moritzburg bei Dresden, in den Filmstudios Barrandov in Prag und am Wasserschloss Švihov (der Landsitz der bösen Stiefmutter) sowie die Waldszenen im Böhmerwald.

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2. Eigentlich hätte dieser Klassiker nach Plan ganz anders ausgesehen. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gehört inzwischen so fest in die Weihnachtszeit und in den Winter, dass man es sich in keiner anderen Jahreszeit vorstellen kann. Dabei hätte ursprünglich im Sommer gedreht werden sollen! Doch organisatorische Schwierigkeiten kamen dazwischen, wie eine Dokumentation des MDR zeigt: Die DEFA hatte im Sommer keine Kapazitäten und wollte ihre Schauspieler auch im Winter beschäftigen. Ob das Ganze, wenn es im Sommer gespielt hätte, wohl so ein Erfolg geworden wäre? Trotz des Drehtermins im Winter war die Moritzburg aber nicht verschneit, zumindest für die Aufnahmen direkt vor dem Schloss musste also nachgeholfen werden.

Libuse Safrankova
DEFA
Libuse Safrankova

3. So manch aufmerksamem "Aschenbrödel"-Fan ist sicher schon aufgefallen, dass der treue Knecht Vinzek sich am Ende gar nicht so richtig für das Aschenbrödel freuen kann. Seine etwas abwesende Miene war aber keineswegs Teil des Drehbuchs. Der Darsteller des Knechts, Vladimír Menšík, konnte während der Dreharbeiten angeblich schlecht schlafen, und trank deshalb abends gerne einen Schluck mehr, damit ihm das Einschlafen leichter fiel. Während alle anderen dann in besagter Szene vor Freude ihre Hüte in die Luft werfen, war er noch viel zu verkatert dafür.

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4. Nicht nur in Deutschland ist der Film ein echter Klassiker und wird zu Weihnachten im Fernsehen rauf und runter gesendet. Auch in der Schweiz und in Norwegen gibt es keine Adventszeit mehr ohne das Aschenbrödel.

Libuse Safrankova
WDR/DRA
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5. Die Verfilmung von 1973 beruht auf dem gleichnamigen Märchen der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová und entstand zwischen 1842 und 1845. Neben der klassischen "Aschenputtel"-Geschichte der Gebrüder Grimm, welche wiederum auf Charles Perraults "Cendrillon ou la Petite Pantoufle de verre" ("Aschenputtel oder der kleine Glasschuh") beruht, enthält die Aschenbrödel-Geschichte auch Elemente aus "Der Froschkönig" oder "Der eiserne Heinrich" und "Frau Holle", die aber nicht für den Film berücksichtigt wurden.

6. Es gab einige Probleme für Pavel Trávníček in der Rolle des Prinzen, so konnte er nicht reiten und sprach mit Dialekt. In der tschechischen Originalversion musste er deshalb synchronisiert werden. Wie auch im Film kam Libuše Šafránková (61) als Aschenbrödel mit den Pferden deutlich besser klar.

7. Libuše, die heute noch genauso schön ist wie damals, setzte sich gegen fast 2.000 Konkurrentinnen durch, die für die Rolle des Aschenbrödels vorsprachen. Letztlich fiel sie dem Regisseur wieder ein, da sie ihm von einem anderen Projekt im Gedächtnis geblieben war und er sie für die Rolle als perfekt erachtet hat. Das dachten sich am Set auch die anwesenden Männer. Fast alle sollen sich in Libuše verknallt haben.

8. Während man bei uns bis zu dem Märchen nur eine Instrumentalversion der berühmten Titelmelodie zum Anfang und Ende kennt, singt in der tschechischen Version des "Aschenbrödel" Karel Gott das Lied.