Vom Vorzeige Familienvater im TV zum miesen Sex-Verbrecher. Dass der einstige Sympathieträger Bill Cosby (78) zu Taten wie einer Vergewaltigung fähig sein soll, konnten und wollten viele Fans lange nicht glauben. Doch nach und nach kommen mehr Details ans Licht, die das Bild, das man bisher von dem Schauspieler hatte, wohl für immer verändern. Nachdem bereits zahlreiche Frauen gegen die ehemalige Fernsehlegende ausgesagt haben, sind jetzt Unterlagen aufgetaucht, in denen Cosby selbst über seine Sexpraktiken spricht.

Bill Cosby
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Die New York Times soll im Besitz eines rund 1000 Seiten starken Dokuments sein, das eine Vernehmung von Bill Cosby protokolliert. 2005/2006 wurde er im Rahmen eines Gerichtsverfahrens, in dem ihm ebenfalls sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, verhört. Bislang kannte man nur einen Teil der Unterlagen. Die Uni-Angestellte Andrea Constand hatte ihn damals verklagt, letztlich kam es jedoch zu einer außergerichtlichen Einigung. Wenngleich es für Cosby damals glimpflich ausgegangen war, die Auszüge, die nun von der Zeitung abgedruckt wurden, sind schockierend.

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Der heute 78-Jährige bestritt zwar auch damals, dass er die Frau gegen ihren Willen sexuell missbraucht haben soll, sprach jedoch offen über seine Triebe und sexuellen Vorlieben. Er gab zu, seinen "Affären" Beruhigungsmittel in hohen Dosen verabreicht zu haben. Das Mittel bekam er mehrfach für seine vermeintlichen Rückenschmerzen verschrieben. Die Frauen hätten angeblich gewusst, was sie da zu sich nehmen, doch auf die Frage, ob seine Sexpartnerin nach der Einnahme des Betäubungsmittels dem Sex zugestimmt hätte, antwortete er: "Keine Ahnung."

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Er reiste quer durch Amerika, um sich mit Frauen zu treffen. Benutzte zum Einchecken immer einen falschen Namen. Oftmals soll es aber nur zu einem ausufernden Vorspiel und nicht zum Sex selbst gekommen sein, weil Cosby glaubte, die Frauen würden sich sonst in ihn verlieben. Er sah sich selbst als großen Playboy und Frauenversteher: „Ich denke, ich kann Menschen und ihre Gefühle in diesen romantischen oder sexuellen Dingen - wie immer sie es nennen wollen - ziemlich gut lesen", erklärte er. Das sehen die vielen Opfer, die ihn in all den Jahren angeklagt haben, wohl anders.