Die Realität war krasser als der Film – jedoch war sie in diesem Moment für einige Zuschauer offenbar unwichtig! Jeden Sonntagabend sitzen Millionen ARD-Zuschauer vor den Fernsehgeräten und fiebern mit den Gesetzeshütern beim Tatort mit. Für viele ist es ein wöchentliches Ritual, bei dem sie nicht gestört werden wollen. Gestern Abend wurden sie das – der Sender entschied sich für eine Eilmeldung und löste damit eine Welle an Empörung aus!

Interessant: Vergangenes Jahr stand das Erste Deutsche Fernsehen ebenfalls in der Kritik, als der Sender eben nicht das Programm unterbrach. Während des Anschlages auf den Berliner Weihnachtsmarkt zögerte der Sender im Gegensatz zum aktuellen Vorfall in Texas mit der Berichterstattung. Auch für die Zurückhaltung hagelte es damals Kritik. Ein strittiges Thema also. So fand die gestrige Eilmeldung auch Befürworter: "Was habt ihr denn genommen? Es sind Menschen gestorben und ihr beschwert euch, dass die ARD eine Eilmeldung macht? Abscheulich!"

Der Grund der Störung: Bei einem Attentat in Sutherland Springs, Texas wurden über 20 Menschen getötet. Ein Ex-Soldat stürzte mitten in einen Gottesdienst und richtete in der Kirche ein Blutbad an. Nach dem Massaker wurde er von der Polizei erschossen. Zeitgleich versuchte "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, 51) ihren Fall im TV zu lösen. Das vertiefte Publikum wurde wohl aus ihrer Scheinwelt herausgerissen, als plötzlich ein Laufband mit den Fakten des US-Massenmordes mehrere Minuten am Bildschirmrand eingeblendet wurde. Bei Twitter ließen sie ihrer Wut auf die Regie-Entscheidung freien Lauf!

Übrigens: Die ARD-Social-Media-Redaktion entschuldigte sich sogar für die Eilmeldung. Der Sender selbst nahm diese Entschuldigung mittlerweile aber wieder zurück.

"Bei allem Mitleid! Aber wo genau ist Sutherland Springs? Und wie weit ist das vom Hannover Tatort entfernt!", regte sich ein Zuschauer auf. "Bei allem Respekt vor den Opfern in Texas, muss die ARD keine Eilmeldung während des Tatort bringen" und "In den USA sterben ca. 89 Menschen pro Tag durch Schusswaffen, solange die selbst nichts daran ändern wollen, ist es keine Eilmeldung", schreiben zwei weitere Zuschauer.

Polizisten am Tatort des Texas-Attentat, Sutherland Springs 2017Getty Images / Suzanne Cordeiro
Polizisten am Tatort des Texas-Attentat, Sutherland Springs 2017
Florian Bartholomäi, Maria Furtwängler und Axel MilbergWENN
Florian Bartholomäi, Maria Furtwängler und Axel Milberg
Polizeiauto in der Nähe des Texas-Attentat, Sutherland Springs 2017Getty Images / Suzanne Cordeiro
Polizeiauto in der Nähe des Texas-Attentat, Sutherland Springs 2017
ARD Hauptstadtstudio in BerlinJohn MacDougall
ARD Hauptstadtstudio in Berlin
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Geschmacklos! Es geht immerhin um echte Menschen – jeder Film ist da unwichtig.
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Berechtigt! Täglich passiert so viel auf der Welt – eigentlich müssten ständig Eilmeldungen kommen.


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