Er sorgte für eine wahre Zitterpartie bei den Olympischen Winterspiele 2018. Im Boardercross-Viertelfinale am Donnerstag verlor der Österreicher Markus Schairer (30) plötzlich die Kontrolle und stürzte mit voller Wucht auf den Rücken. Dass er das Rennen trotz der Diagnose Genickbruch (in seinem Fall ein Bruch des fünften Halswirbels) zu Ende fahren konnte, grenzt an ein kleines Wunder, oder etwa nicht? Promiflash fragte bei einem Mediziner nach.

Neurochirurg Dr. Michael Eichler nahm zu dem Horrorunfall Stellung und verriet, warum nicht jede schwere Verletzung im Genick zwingend lebensgefährlich oder tödlich enden muss: "Einige Frakturtypen gelten als stabil und benötigen keine unmittelbare Versorgung. (...) Die Tatsache eines Halswirbelbruchs bedeutet nicht gleich auch Druck auf das feste Rückenmark." Seien Brüche allerdings instabil, könne eine unmittelbare Querschnittslähmung, schlimmstenfalls sogar der Tod die Folge sein. In einem solchen Fall spreche man dann vom klassischen "Genickbruch". Heute wird der Begriff für sämtliche – einfache oder schwere – Frakturen der sieben Halswirbel verwendet.

Markus Schairer hatte also im wahrsten Sinne des Wortes Glück im Unglück. Ihm drohen weder neurologische noch andere körperliche Folgeschäden.

Neurochirurg Dr. Michael Eichler, Leiter des Wirbelsäulenzentrums Fulda|Main|KinzigPrivat
Neurochirurg Dr. Michael Eichler, Leiter des Wirbelsäulenzentrums Fulda|Main|Kinzig
Markus Schairer (l.) und Alessandro Haemmerle aus Österreich bei den Olympischen Winterspielen 2018Laurent Salino / Agence Zoom / Getty Images
Markus Schairer (l.) und Alessandro Haemmerle aus Österreich bei den Olympischen Winterspielen 2018
Markus Schairer, Snowboarder aus ÖsterreichAFP / Getty Images
Markus Schairer, Snowboarder aus Österreich


Tipps für Promiflash? Einfach E-Mail an: tipps@promiflash.de