Es ist das altbekannte Problem der deutschen Casting-Teilnehmer. Durch die TV-Präsenz avancieren die ambitionierten Nachwuchssänger ruckzuck zu bekannten Stars, die erste Single landet meist direkt auf Platz 1 der Charts und überall, wo sie auftauchen, herrscht Kreischalarm. Doch so steil der Aufstieg war, so tief ist oftmals auch der Fall. Es gibt keine einzige Popstars-Band, die auch heute noch ihrer ursprünglichen Konstellation existiert. Promiflash hat eine Jurorin der diesjährigen Staffel auf diese Misslage angesprochen und nachgefragt, wie sie es besser machen wollen.

„Das Ziel dieses Jahres ist ein ganz großes Abheben zu vermeiden. Jeder einzelne von uns Juroren will im Workshop dafür sorgen“, erklärte uns Lucy Diakovska (36). Insbesondere die eigenen Erfahrungen sollen ihnen dabei helfen. „Wir wollen die Kandidaten auf eine Arbeitszeit vorbereiten und nicht auf den schnellen Erfolg. Jeder von uns hat gesehen, was ein schneller Erfolg im nachhinein bedeuten kann. Manchmal bringt es eine Gleichgültigkeit nach sich, weil du nicht alles wirklich verstehst und weil du so viel für selbstverständlich hältst.“ Anders als Künstler, die sich ohne eine große TV-Produktion im Nacken eine Karriere aufbauen, müssen sich die Popstars-Kandidaten nicht eigenständig um einen Plattenvertrag kümmern, den richtigen Produzenten suchen oder ein Team um sich herum aufbauen, das sie unterstützt. Obwohl Casting-Teilnehmer aus diesen Gründen oftmals ein negatives Image haben, schreckt das die Gesangstalente nicht ab.

Lucy betont, dass dennoch viele Vollblutmusiker ihre Chance bei Popstars suchen. „Es ist erstaunlich, dass Musiker zu Popstars kommen, zu einer Show, die sehr für kommerzielle Castingbands steht. Trotzdem kommen Musiker mit Gitarre, setzen sich ans Klavier oder haben andere Instrumente dabei und die sind voll und ganz dabei und sagen: 'Hey ich bin toll, nimm mich!' Und das, obwohl er weiß, dass man bei Popstars auch tanzen muss. Aber das ist toll für uns, weil somit hast du eine Bandbreite an Menschen, die Musik auch leben. Ich glaube der Workshop wird sehr interessant sein.“ Ob sich das tatsächlich bewahrheitet, werden wir leider erst nach dem Ende der zehnten Staffel erfahren, wünschenswert wäre es aber allemal.