"Well I was still, but I was under your spell, but I was told by Jesus, all was well, so all must be well" - Wer es wirklich darauf anlegt, wird in einigen der Songs der Folker Mumford and Sons irgendwelche Bezüge auf Glaube, Gott, Jesus oder den Teufel finden können. Schon allein der Album-Titel "Babel" könnte ja Referenz sein auf das sündige Babylon und die alttestamentliche Geschichte um den verruchten Turmbau zu Babel. Hat man es also mit vier "Christen" zu tun, wenn man sich mit den Mannen um Sänger Marcus Mumford (26) beschäftigt, oder woher kommt das, dass man in Texten à la "Below My Feet" oder "Whispers in the Dark" theoretisch einen solchen Bezug hineininterpretieren könnte?

Immerhin wurde der Musiker mit dem fast zur Kunstform erhobenen Gentleman-Style in ein durchaus gläubiges Elternhaus geboren. "Ich mag den Begriff 'Christ' nicht", so Marcus im aktuellen Cover-Interview mit dem Rolling Stone. "Das Wort ist mit so viel Bedeutung aufgeladen. Also, nein, einen Christen würde ich mich nicht nennen. Man hört das Wort und sofort tauchen diese ganzen religiösen Bilder im Kopf auf, die ich überhaupt nicht mag. Ich habe meine ganz persönlichen Ansichten über die Person Jesus und wer er war." Dementsprechend könnte man ja auch einen Muslim fragen, was er von Jesus halten würde. Um ihn toll zu finden, müsste er kein Christ sein. Marcus macht also ganz klar einen Unterschied zwischen Glaube und Glaubenslehre: "Ich habe mich von dieser christlichen Kultur distanziert. Aber dass es Gott gibt, habe ich nie angezweifelt."

Und da ist er ja nicht der Einzige, befindet sich die Kirche, insbesondere ja die katholische, durchaus seit einiger Zeit in der Kritik. Dass für den neuen Papst gerade hier eine große Herausforderung steckt, ist wohl klar.