Verdrängte Trauer: Prinz Harry hatte früher Panikattacken
Prinz Harry (42) gewährt einen ungewohnt tiefen Einblick in seine Seele: In einer neuen Episode auf der Lernplattform MasterClass spricht der Herzog von Sussex mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Mary-Frances O'Connor über die Trauer um seine Mutter Prinzessin Diana (†36) – und darüber, wie sehr ihn das Verdrängen dieses Verlusts körperlich mitgenommen hat. Nach seiner Militärzeit im Jahr 2015 und später nach dem Rückzug aus dem royalen Leben habe ihn plötzlich schon ein eng sitzendes Hemd überfordert. Damals verfiel er in eine depressive Phase. "Ich fing an zu realisieren, dass ich ernsthaft ausgelaugt war, als das bloße Anziehen eines einfachen Hemdes – das Engegefühl am Hals – buchstäblich dazu führte, dass ich mich fühlte, als könnte ich nicht atmen, und ich Panikattacken auf dem Weg zur Arbeit hatte", gesteht der heute 42-Jährige. Für Harry waren diese körperlichen Reaktionen ein deutliches Warnsignal. Ihm wurde bewusst, dass hinter seiner Erschöpfung ein tiefer liegendes Problem steckte, das er nicht länger verdrängen konnte.
Prinzessin Diana starb bei einem Autounfall, als ihr jüngerer Sohn gerade einmal zwölf Jahre alt war. Nach außen habe er jahrelang den Eindruck erweckt, alles sei in Ordnung. "15, 20 Jahre lang antwortete ich auf die Frage 'Geht es dir gut?': 'Mir geht's gut.' Ich war wie betäubt, emotional abgeschottet. Und ohne es zu merken, trieb mich das Adrenalin an", erinnert sich Harry in dem Gespräch. Seine Zeit beim Militär sei dabei die perfekte Ablenkung gewesen: Alle trugen dieselbe Uniform, es gab klare Aufgaben und feste Strukturen, die ihm Halt, Bodenhaftung und Sinn gaben. Erst nach seiner Rückkehr aus Afghanistan im Jahr 2013 brachen die verdrängten Gefühle hervor. Sein posttraumatischer Stress sei nicht unmittelbar durch den Einsatz entstanden. Die Erlebnisse dort hätten vielmehr ältere Traumata aktiviert. Mary-Frances ordnet seine Erschöpfung als körperliche und emotionale Folge der jahrelang unterdrückten Trauer ein.
Den entscheidenden Anstoß zur Therapie gab laut Harry seine Ehefrau Herzogin Meghan (45). Anfangs habe sich die Auseinandersetzung mit der Trauer für ihn wie ein Verrat an seiner Mutter angefühlt – er habe sich schuldig gefühlt, ohne sie glücklich zu sein. Mit der Zeit habe sich seine Sichtweise jedoch komplett gewandelt. "Die Realität ist, dass ich entdeckt habe, dass sie einfach wollte, dass ich glücklich bin. Und das war eine enorme mentale Veränderung für mich. Es hat mich befreit und mir eine ganz andere Perspektive auf das Leben gegeben", erklärt er in der neuen Episode von MasterClass. Diana sei für ihn bis heute eine zentrale Inspiration: Er wolle seine Kraft so einsetzen, dass Diana stolz auf ihn wäre, und ihr Vermächtnis bewahren. Berichte über eine mögliche Rückkehr der Sussexes nach Großbritannien nannten neben dem Gesundheitszustand von König Charles III. (77) auch Harrys Wunsch nach mehr Nähe zu Diana als denkbaren Grund. Öffentlich bestätigt hat er diese Beweggründe allerdings nicht.


























