Abschied von Ralf Richter (†69): Das war sein bewegtes Leben

Abschied von Ralf Richter (†69): Das war sein bewegtes Leben

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Ralf Richter (†69) ist am 14. September im Alter von 69 Jahren in seiner Kölner Wohnung gestorben. In seinen letzten Stunden war sein Sohn Maxwell bei ihm. Zurück bleibt die Erinnerung an ein bewegtes Leben und eine außergewöhnliche Karriere: Der gebürtige Essener stand für rund 200 Filme und Serienfolgen vor der Kamera. Mit seiner markanten, rauen Stimme und seinen derben, aber stets menschlich gezeichneten Figuren wurde er zu einem unverwechselbaren Gesicht des deutschen Films. Unsterblich machte ihn eine Rolle: der cholerische Ganove Kalle Grabowski in der Ruhrpott-Komödie "Bang Boom Bang" aus dem Jahr 1999. Als Malocher, Kleinkrimineller oder großspuriger Ruhrpott-Typ war Ralf eine Paradebesetzung – seine schauspielerische Bandbreite war laut Nachruf der Bild jedoch größer. Seinen Figuren gab er stets eine Ernsthaftigkeit, statt sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

Geboren wurde Ralf in Essen, aufgewachsen ist er in Bochum. Der Sohn eines Architekten absolvierte zunächst eine Schreinerlehre, bevor er eine Schauspielschule besuchte – die er ohne Abschluss wieder verlassen musste. Den Durchbruch schaffte er trotzdem. Neben "Bang Boom Bang" zählen "Das Boot" und "Superstau" zu seinen prägendsten Auftritten. Viele seiner Sprüche wurden zu Klassikern. Dazu zählt Kalle Grabowskis Begeisterung für einen Mercedes: "Is! Der! Geil!", wie Bild erinnerte. Bis heute läuft die Kultkomödie seit ihrem Kinostart einmal wöchentlich im Bochumer UCI. Inzwischen befindet sie sich in der 1412. Spielwoche. Für Freitag, den 18. September, ist um 22:45 Uhr eine weitere Vorstellung angekündigt, bei der Fans Abschied nehmen können. Auch jenseits der Leinwand setzte sich Ralf für andere Menschen ein. Er unterstützte Alphabetisierungskampagnen und engagierte sich für Obdachlose. 2018 las er zudem aus Herbert Bergers autobiografischem Ruhrpott-Buch "Der Pütt hat mich ausgespuckt". Beim 25-jährigen Filmjubiläum 2024 nahm er sich trotz angeschlagener Gesundheit viel Zeit für Autogramme und seine Fans.

Privat war Ralf Vater von zwei Kindern und Opa von sechs Enkelkindern – für die Familie stand also nicht der Kultschauspieler im Mittelpunkt, sondern der Papa und Großvater. Sein 44-jähriger Sohn Maxwell erklärte nach dem Tod, Ralf sei schon seit längerer Zeit schwer erkrankt gewesen: COPD, eine Herzunterfunktion und eine nicht mehr richtig arbeitende Vene zum Herzen hätten ihm zugesetzt. Bereits beim Jubiläum von "Bang Boom Bang" hatte er seine nachlassende Fitness offen angesprochen. Seinen typischen Ruhrpott-Humor verlor er dabei nicht. "Hömma, der Motor stottert ein bisschen. Aber dat is 'n Achtzylinder. Den bring' ich noch 'n paar Mal durch 'n TÜV", sagte er damals gegenüber Bild. Hinter dem lauten Auftreten wurde er als kluger, leiser Beobachter beschrieben, der den Ruhrpott nicht nur spielte, sondern aus eigener Lebenserfahrung kannte. Er beschäftigte sich intensiv mit Menschen, sozialen Milieus, Gewalt und Erfahrungen im Gefängnis. Den Ruhrpott stellte er daher nicht einfach nur vor der Kamera dar: Die Region und ihre Menschen kannte er aus seinem eigenen bewegten Leben.

Ralf Richter bei "BBQ-King 2015"
Sascha Steinbach/Getty Images
Ralf Richter bei "BBQ-King 2015"
Ralf Richter
Andreas Rentz/Getty Images for Sony Pictures
Ralf Richter
Ralf Richter
Sascha Steinbach/Getty Images
Ralf Richter
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