Prinz Harry suchte viele Jahre nach Dianas Tod nach Beweisen
Als Prinzessin Diana (†36) 1997 bei einem Autounfall starb, klammerte sich ihr jüngerer Sohn an eine Idee, die den Schmerz erträglicher machen sollte. Prinz Harry (42) hat nun in einer MasterClass über Trauer offengelegt, wie lange diese Vorstellung ihn begleitete. "Ich glaubte, dass sie irgendwann zurückkommen würde. Ich glaubte, dass sie diesen Abgang inszeniert hatte, um all den Dingen zu entkommen, die ihr Leben zerstörten, und dass sie in irgendeiner Verkleidung wieder auftauchen und mich und meinen Bruder mitnehmen würde", erklärte er. Laut OK! blieb der Zweifel auch im Erwachsenenalter bestehen. Harry habe nach Anzeichen gesucht, dass seine Mutter noch lebt: "Dann, Jahre später, suchte ich nach Beweisen, denn bei der Beisetzung wollte ich es nicht glauben. Ich glaubte nicht, dass sie fort war."
Während um ihn herum Tausende weinten, konnte Harry keine Tränen vergießen. Er habe sich innerlich taub gefühlt, gestand er nun. Als Trauernde ihm die Hände reichten, habe er bemerkt, dass deren Handflächen nass waren – sie hatten sich zuvor die Tränen abgewischt. Fremde Menschen, die seine Mutter nie getroffen hatten, zeigten offen ihren Kummer, und der Junge schämte sich, weil er das nicht konnte. Der Zusammenbruch kam erst später: Dann weinte er, und diese Erleichterung tat ihm im Rückblick gut. Zugleich zwang sie ihn, sich einer bitteren Tatsache zu stellen, nämlich dass er Diana nie wieder sehen würde. Darüber sprach er in der MasterClass-Reihe "Redefining Grief: Building Resilience Through Loss", die die Neurowissenschaftlerin Dr. Mary-Frances O'Connor leitet. Dort schilderte Harry zudem, wie er allmählich lernte, das Geschehene zu akzeptieren.
Fast zwei Jahrzehnte lang habe Harry einfach nur funktioniert, ohne wirklich zu fühlen. Wer ihn fragte, bekam stets zu hören, es gehe ihm gut. Unbewusst trieb ihn vor allem Adrenalin an. Mit 20 ging er zum Militär, wo der Alltag keine Zeit zum Grübeln ließ. Bei offiziellen Terminen plagten ihn Panikattacken; er habe gar befürchtet, man könne ihm seine Aufgewühltheit anmerken. Heute setzt er auf bessere Strategien und richtet sich an seiner Mutter aus: "Bei allem, was ich tue, bei allem, wofür ich meine Energie einsetze, hoffe ich, dass meine Mutter stolz darauf wäre." Seinem jüngeren Ich gegenüber wünscht er sich: "Wenn ich zurückgehen und einen Moment mit meinem jüngeren Ich verbringen könnte, würde ich den zwölfjährigen Harry umarmen und ihm sagen, dass alles gut werden würde."


























