Warum britische Royals beim Ritterschlag zum Schwert greifen
Wenn Prinz William (44) zum Schwert greift, hat er nichts Böses im Sinn. Tatsächlich hat es heutzutage nur noch mit Zeremonien zu tun. Vergangene Woche nutzte er eine traditionelle Waffe, um den früheren Rugbyspieler Kevin Sinfield zum Ritter zu schlagen. Der Brauch reicht weit zurück: Im Mittelalter übertrug der Monarch mit der Klinge militärische Autorität – und machte gleichzeitig unmissverständlich klar, dass er Macht über Leben und Tod besaß. Heute geht es deutlich friedlicher zu. König Charles III. (77) oder ein Mitglied der Royal Family, das in seinem Namen handelt, nutzt das Schwert längst nicht mehr als Drohgebärde, sondern als festlichen Teil einer Ehrung für besondere Verdienste, wie Express berichtet. Kevin bekam die hohe britische Auszeichnung für seinen Einsatz zugunsten von Menschen mit Motoneuron-Erkrankungen.
Der Ablauf ist immer derselbe: Wer geehrt wird, kniet vor dem Royal auf dem rechten Knie. Dann wird die Schwertklinge erst auf die rechte Schulter gelegt, dann auf die linke. Als letzter Schritt werden noch die Insignien an den frisch ernannten Ritter übergeben. In Großbritannien heißt diese Handlung "accolade" oder auch "dubbing". Ursprünglich war das Ganze übrigens eine deutlich ruppigere Angelegenheit: Ein körperlicher Schlag sollte früher die Widerstandskraft eines Kriegers auf die Probe stellen. Daraus wurde im Lauf der Jahrhunderte eine behutsame, rein symbolische Geste. Auch die Anlässe haben sich gewandelt. Einst gab es Ritterwürden ausschließlich für militärische Leistungen, heute werden damit bedeutende Beiträge zum nationalen Leben gewürdigt. Sie zählen zu den höchsten Auszeichnungen im Vereinigten Königreich.
Kevins Engagement ist ein Akt der Freundschaft: Sein früherer Teamkollege Rob Burrow erkrankte an einer Motoneuron-Erkrankung und starb 2024. Seitdem leistet der Sportler einen großen Teil seiner Spendenarbeit in dessen Andenken. Nach dem Tod von Rob versprach Kevin, sich auch weiterhin für Betroffene der Krankheit starkzumachen und seine Reichweite für den guten Zweck zu nutzen. Und er blieb bei diesem Versprechen: In sechs Jahren kamen über 15 Millionen Euro zusammen. Prinz William übernahm die Zeremonie stellvertretend für seinen Vater und sorgte damit für einen besonderen Moment auf Schloss Windsor.

























