Russell Brand wird als "wildäugiger Wahnsinniger" betitelt
Im Prozess gegen Russell Brand (51) hat am Southwark Crown Court in London die zweite Anklägerin ausgesagt – geschützt hinter einem Sichtschutz. Wie Deadline berichtet, schilderte die Frau einen mutmaßlichen Vorfall aus dem Jahr 2001. Damals arbeitete sie für MTV, wo Brand zu dieser Zeit einer der wichtigsten Moderatoren war. In den Londoner Büroräumen habe sie ihm den Weg zur Herrentoilette gezeigt. Dort soll der Komiker ihren Unterarm fest gepackt und rund 20 Sekunden lang versucht haben, sie hineinzuziehen. Persönlich getroffen hatte sie ihn zuvor nie. Seinen plötzlichen Stimmungswechsel beschrieb sie vor Gericht mit drastischen Worten: "Plötzlich verwandelte er sich in einen wildäugigen Wahnsinnigen und versuchte, mich in die Toilette zu ziehen." Der Schauspieler und Comedian bestreitet ihre Darstellung. In dem Verfahren geht es insgesamt um sieben Anklagepunkte wegen mutmaßlicher Taten an sechs Frauen zwischen 1999 und 2009. Russell hat sich in sämtlichen Punkten für nicht schuldig erklärt.
Zunächst sei Brand umgänglich, fröhlich und freundlich gewesen, berichtete die Frau weiter. Auf dem Weg zur Toilette sei weder von Romantik noch von Sex die Rede gewesen. Als er sie gepackt habe, habe sie protestiert: "Was machst du da? Bist du verrückt? Lass mich los." Er habe sie daraufhin angefleht: "Komm schon, komm rein." Sie habe sich in Richtung Flur zurückgezogen und schließlich mit Kraft ihren Arm aus seinem Griff gelöst. Im Kreuzverhör brachte Verteidiger Ian Winter KC die Möglichkeit auf, Russell habe sie lediglich zu einvernehmlichem Sex eingeladen. Zudem stellte er infrage, ob die Dokumentation "Russell Brand: In Plain Sight" aus dem Jahr 2023 ihre Wahrnehmung nachträglich beeinflusst habe. Das wies die Anklägerin entschieden zurück: "Man zerrt niemanden am Arm. Man packt niemanden und versucht, ihn zu ziehen. Das ist nicht einvernehmlich. Die Absicht war da." Damals habe sie zwei Kollegen davon erzählt, aber keine offizielle Meldung gemacht. Sie habe um ihren Job gefürchtet und Russells einflussreiche Position bei MTV berücksichtigt.
Am Donnerstag war im Southwark Crown Court außerdem eine brisante Tonaufnahme abgespielt worden. Wie TMZ berichtete, stammte das Audiomaterial aus einer polizeilichen Befragung von 2023. Darin schilderte eine Frau einen mutmaßlichen Vorfall aus dem Jahr 1999: Nach einer Bühnenshow seien beide in sein Hotelzimmer gegangen, er habe sich bis auf die Unterwäsche ausgezogen und sie habe entsetzt gefragt: "Nein, was machst du da?" Trotzdem habe er sie gegen ihren Willen festgehalten und geküsst. Besonders eingebrannt habe sich ihr ein Detail: seine "echsenartige" Zunge. In der Aufnahme sagte die Zeugin auch, Russell habe sie später gegen ihren Willen entkleidet und penetriert. "Es war nicht schön. Es war schmerzhaft. Er wollte einfach nur ejakulieren, und genau das tat er", habe sie in der Vernehmung gesagt. Danach habe er sich völlig normal verhalten, während sie selbst mit Schuldgefühlen gekämpft habe. Warum sie erst Jahrzehnte später an die Öffentlichkeit gegangen sei, habe sie ebenfalls erklärt: Eine 2023 ausgestrahlte Dokumentation über Russell habe in ihr den Entschluss reifen lassen, den Vorfall offiziell zu melden.
























