"Verity": Wichtige Details über das Buch- und Filmende
Seit dem Kinostart am 1. Oktober 2026 diskutieren Zuschauer und Buchfans gleichermaßen über das bewusst offene Ende von "Verity". Die Verfilmung des Thrillers von Colleen Hoover (46) zeigt Dakota Johnson (37) als Autorin Lowen und Josh Hartnett (48) als Jeremy – und lässt das Publikum mit jeder Menge Fragen zurück. Ein entscheidender Teil der Vorlage fehlt in der Kinoversion allerdings komplett: In einer späteren Auflage des Romans gibt es ein Bonuskapitel, das die Handlung rund ein halbes Jahr nach dem ursprünglichen Epilog fortsetzt. Nach Veritys Tod haben sich Lowen und Jeremy mit Jeremys Sohn Crew und ihrer drei Monate alten Tochter Nova nach North Carolina zurückgezogen. Doch das erhoffte ruhige Familienleben bleibt aus. Bei einem Spaziergang am Strand begegnen sie einer ehemaligen Nachbarin, Patricia, die unbequeme Fragen aufwirft. Lowen wird Zeugin, wie Jeremy die Frau daraufhin im Wasser ertränkt.
Patricia hatte Zweifel an Lowens früher Schwangerschaft nach Veritys Tod geäußert und die Ereignisse der Vergangenheit infrage gestellt. Aus Sorge, die ehemalige Nachbarin könnte ihre mögliche Verstrickung in Veritys Tod aufdecken, schreitet Jeremy sofort zur Tat. Anschließend redet er sich ein, keine andere Wahl gehabt zu haben. Lowen ist angesichts seiner Rücksichtslosigkeit zutiefst erschüttert. Aus Furcht vor den Konsequenzen redet sie sich den Mord am Ende aber selbst als notwendig schön. Parallel dazu wird sie immer stärker von der toten Verity vereinnahmt: Sie will die Verstorbene als Mutter, als Ehefrau und als Autorin übertreffen. Ihre Gedanken erinnern dabei auffällig an die obsessive und berechnende Erzählweise aus Veritys Manuskript "So sei es denn". Schließlich dämmert Lowen, dass sie für Jeremy selbst zur Gefahr werden könnte – spätestens dann, wenn sie ihn verlassen oder sich gegen ihn stellen würde. Damit steckt sie in einer ähnlich bedrohlichen Lage, wie Verity sie in ihrem Abschiedsbrief beschrieben hatte.
Im Film und im ursprünglichen Roman stehen zwei Versionen der Geschichte unvereinbar nebeneinander. Laut Manuskript hasste Verity ihre Kinder, tötete Tochter Harper und täuschte später ihre Lähmung vor. Laut Brief war das Manuskript dagegen nur eine Schreibübung, Harper starb bei einem Unfall und Verity spielte aus Angst vor Jeremy die Gelähmte. Dass Jeremy im Bonuskapitel erneut zum Mörder wird, verleiht dem Brief zusätzliche Glaubwürdigkeit. Es unterstreicht, dass er offenbar bereit ist, Menschen, die er als Gefahr betrachtet, mit Gewalt aus dem Weg zu räumen. Dennoch liefert der Epilog keinen endgültigen Beweis für Veritys Unschuld. Auch die Autorin Colleen legte sich nicht fest: Während des Schreibens und zunächst auch danach sei sie eher "Team Manuskript" gewesen, erklärte sie gegenüber Entertainment Weekly und auf TikTok. Durch die Verfilmung habe sie jedoch mehr Mitgefühl für Verity entwickelt und zähle sich inzwischen eher zu "Team Brief". Ob Verity Täterin oder Opfer war, bleibt damit weiterhin offen.




























