Russell Brand soll Mitarbeiterin zur Massage gezwungen haben

Russell Brand soll Mitarbeiterin zur Massage gezwungen haben

- Anna Pejsek
Lesezeit: 3 min
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Schwere Vorwürfe gegen Russell Brand (51): Eine frühere Mitarbeiterin von Channel 4 hat vor dem Southwark Crown Court in London geschildert, wie sie den Schauspieler und Comedian 2009 bei der Aufzeichnung eines Projekts des Senders gegen ihren Willen massieren sollte. Das berichtet The Standard. Russells Begleiter Jack Bayles und Gareth Roy hätten ihr demnach erklärt, dass der Entertainer andernfalls nicht weitermachen werde. Zunächst habe die Frau gelacht, weil sie die Aufforderung für einen Scherz hielt. An den Gesichtern der beiden Männer habe sie dann jedoch erkannt, dass diese es ernst meinten. Vergeblich habe sie darauf gewartet, dass ihr jemand zu Hilfe komme. Während der Massage soll Russell seinen Kopf in ihren Schoß beziehungsweise an ihren Intimbereich gelehnt haben. Sie habe dabei sogar seinen Atem gespürt. Vor Gericht schilderte die ehemalige Channel-4-Mitarbeiterin, sie sei von der Situation "so angewidert" gewesen. Der mutmaßliche Vorfall ist nun Teil des laufenden Strafprozesses gegen den 51-Jährigen.

Zu Beginn der Aufzeichnung sei Russell noch "wirklich lieb" gewesen, berichtete die Zeugin weiter. Im Laufe des Tages sei er jedoch zunehmend verärgert gewesen, wodurch sich die Atmosphäre im Studio spürbar verändert habe. Als sie Jack und Gareth hilfesuchend angesehen habe, hätten diese lediglich mit den Armen gezuckt und sie mit Gesten zum Weitermachen gedrängt. "Oh mein Gott, ich muss das tun", habe sie daraufhin gedacht und ihre Finger auf die Schultern des Comedians gelegt. Ihre spontane Bemerkung "Igitt, du bist so knochig" habe bei den beiden Begleitern für Gelächter gesorgt – bei Russell hingegen nicht. Anschließend habe er beleidigende Kommentare von sich gegeben, die angespannte Situation mit einem Scherz überspielt und gefragt, ob die Aufzeichnung nun fortgesetzt werde. Bereits am nächsten Tag meldete die Mitarbeiterin den Vorfall nach eigenen Angaben ihrem direkten Vorgesetzten bei Channel 4. Sie gehe davon aus, dass ihre Beschwerde an die Abteilungsleitung weitergereicht worden sei.

In demselben Prozess hatte zuvor eine weitere Frau gegen Russell ausgesagt. Sie behauptet, er habe sie in einem Flur eines Radiosenders gegen eine Wand gedrückt und gegen ihren Willen geküsst. Die damalige Arbeitsatmosphäre beschrieb sie als geprägt von Angst, Gefälligkeit gegenüber Stars und unangemessenen Kommentaren über Frauen. Eine weitere Beschwerdeführerin wirft dem Briten vor, sie 1999 nach einer Begleitveranstaltung zum Labour-Parteitag in einem Hotelzimmer im englischen Bournemouth vergewaltigt zu haben. Russell weist sämtliche Anschuldigungen zurück: In drei Fällen von Vergewaltigung, drei Fällen sexueller Nötigung und einem Fall unsittlicher Nötigung plädierte er auf nicht schuldig. Zu einem früheren Verhandlungstag war er gemeinsam mit seiner Ehefrau Laura Gallacher (39) vor dem Londoner Gericht erschienen. Der Prozess dauert weiter an.

Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Getty Images
Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Getty Images
Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Russell Brand und Laura Gallacher verlassen das Southwark Crown Court in London nach einer Anhörung zu Vorwürfen, die er bestreitet
Getty Images
Russell Brand und Laura Gallacher verlassen das Southwark Crown Court in London nach einer Anhörung zu Vorwürfen, die er bestreitet