Unter Tränen: Zeugin schildert Übergriff von Russell Brand

Unter Tränen: Zeugin schildert Übergriff von Russell Brand

- Anna Pejsek
Lesezeit: 3 min
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Im Strafprozess gegen Russell Brand (51) am Southwark Crown Court in London hat eine anonymisierte Frau schwere Vorwürfe gegen den Schauspieler und Comedian erhoben. Die Zeugin, die vor Gericht als Beschwerdeführerin 5 (Complainant 5) geführt wird, schilderte in einer 2024 aufgezeichneten Polizeibefragung, der Entertainer habe sie 2009 in seinem Haus im Londoner Stadtteil Hampstead gegen ihren Willen anal vergewaltigt. Die Aufnahme wurde den Geschworenen nun vorgespielt – wie Deadline berichtet, war die Frau während ihrer Schilderung mehrfach aufgelöst und weinte. Nach dem mutmaßlichen Übergriff soll Russell sie entsetzt angesehen und ihr befohlen haben: "Du musst das Chaos beseitigen, das du angerichtet hast." Danach habe er das Zimmer verlassen. Ein Mitarbeiter des Entertainers habe ihr anschließend erklärt, Russell müsse bald zu einem weiteren Auftritt. Sie könne das Haus verlassen, sobald sie dazu bereit sei.

Kennengelernt hatte die Frau den Comedian nach eigenen Angaben 2009 bei einem Auftritt im Hammersmith Apollo. Nach zunächst einvernehmlichem Oralverkehr habe sie deutlich gemacht, keinen penetrativen Sex zu wollen. Später sei sie dennoch freiwillig zu ihm nach Hause gefahren, wo es zunächst zu einvernehmlichem vaginalem Sex gekommen sei. Dem Analverkehr habe sie jedoch nicht zugestimmt. Russell soll sie dabei auf den Bauch gedreht, seine Finger eingeführt und sie anschließend anal penetriert haben. Zudem soll er unbemerkt das Kondom entfernt haben. Unter Tränen stellte C5 in der von Deadline zitierten Polizeibefragung klar: "Ich ging dorthin und wusste, dass ich Sex mit ihm haben würde, und damit meine ich vaginalen penetrativen Sex." Noch am Abend habe sie ihrer Mitbewohnerin von dem Geschehen erzählt. Wegen großer Schmerzen habe sie auf einem Eiswürfelbehälter sitzen müssen. Später sei ein Analriss festgestellt worden. Seit dem mutmaßlichen Vorfall habe sie mit Alkoholsucht gekämpft und 2023 eine Entzugsklinik besucht. Die Channel-4-Dokumentation "Russell Brand: In Plain Sight" habe sie schließlich dazu bewegt, zur Polizei zu gehen.

Russell muss sich in dem Verfahren wegen insgesamt drei Vergewaltigungen, drei sexuellen Übergriffen und eines unsittlichen Angriffs verantworten. Die Anschuldigungen stammen von sechs Frauen. Laut Staatsanwaltschaft gingen sie nach der Channel-4-Dokumentation unabhängig voneinander zur Polizei und kennen sich nicht. Der 51-Jährige weist sämtliche Vorwürfe zurück und plädierte auf nicht schuldig. Bei seinen Polizeibefragungen berief sich der Schauspieler demnach auf eine vorbereitete Erklärung. Darin gab er an, sich weder an die Frauen noch an ihre Namen erinnern zu können. Sämtliche sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Vor Gericht schilderte außerdem eine frühere Channel-4-Mitarbeiterin einen Vorfall aus dem Jahr 2009. Russell und seine Begleiter sollen sie bei einer Projektaufzeichnung dazu gedrängt haben, ihn zu massieren – sonst arbeite er nicht weiter. Dabei habe er seinen Kopf in ihren Schoß gelegt.

Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Getty Images
Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Ankunft von Russell Brand am Southwark Crown Court in London
Getty Images
Ankunft von Russell Brand am Southwark Crown Court in London
Russell Brand trifft am Southwark Crown Court ein, London, 14. Oktober 2026
Getty Images
Russell Brand trifft am Southwark Crown Court ein, London, 14. Oktober 2026