Nach Finlay Tarlings (19) Tod ermittelt Portugals Justiz

Nach Finlay Tarlings (19) Tod ermittelt Portugals Justiz

- Sandrine Palme
Lesezeit: 2 min
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Der Tod des walisischen Radprofis Finlay Tarling (19) bei der Portugal-Rundfahrt hat nun ein juristisches Nachspiel. Vier Tage nach dem tödlichen Unfall hat die portugiesische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet, um die genauen Umstände aufzuklären. Zudem wurde laut krone.at eine Autopsie des 19-Jährigen gerichtlich angeordnet. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, wie das Auto des Unfallfahrers am Freitag auf die eigentlich abgesperrte Rennstrecke im Bereich der Gemeinde Ponte de Lima gelangen konnte – und das, bevor der Schlusswagen die Stelle passiert hatte. Dieses Fahrzeug markiert das Ende des Rennkonvois und damit auch das Ende der rollierenden Straßensperre. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes befand es sich noch hinter Tarling. Ein Alkohol- und Drogentest, dem sich der Autofahrer unterziehen musste, fiel nach bisherigen Angaben negativ aus.

Wie ein Polizeisprecher gegenüber dem Sender RTP schilderte, hatte der Mann zunächst an der Hauptstraße gewartet und das Hauptfeld vorbeifahren lassen. Als vorerst keine weiteren Fahrer folgten und Zuschauer die Strecke offenbar irrtümlich für freigegeben hielten, bog er von einem Nebenweg auf den Kurs ein. Nach Polizeiangaben konnte die Eskorte mit dem zurückgefallenen Radprofi nicht Schritt halten. Die Fahrergewerkschaft CPA äußerte sich in einem Statement mit scharfer Kritik: "Wir sind sprachlos und voller Wut nach der Nachricht vom Tod von Finlay Tarling bei der Volta a Portugal." Mit Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen hieß es weiter: "Es ist nicht richtig, dass das Leben eines jungen Sportlers auf diese Weise enden sollte, und wir sind wütend, dass es auch heute noch nicht möglich ist, solch schwere Unfälle zu verhindern." Auch der frühere Radprofi Jérôme Pineau nannte die Absicherung des Rennens "katastrophal". Dass nicht noch mehr passiere, sei "ein ständiges Wunder". Zudem seien "die Zielankünfte eines Rennens dieses Niveaus nicht würdig".

Der Unfall hatte sich auf der achten Etappe von Melgaço nach Fafe ereignet. Finlay war hinter das Hauptfeld zurückgefallen und kollidierte während einer schnellen Abfahrt in einer Linkskurve frontal mit dem entgegenkommenden Wagen, der nicht zum Renntross gehörte. Nach dem Zusammenstoß wurde die Etappe neutralisiert und damit nicht mehr regulär gewertet. Der Waliser fuhr für das NSN Development Team und stand mit 19 Jahren noch ganz am Anfang seiner Profikarriere.

Finlay Tarling, UCI Junioren-Bahn-WM in Luoyang
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Finlay Tarling beim Prolog der Boucles de la Mayenne in Laval, Bretagne
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Finlay Tarling und Sam Fisher bei der Lotto Zesdaagse Vlaanderen-Gent 2023 im Madison-Rennen
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