Sonja verabschiedet König Harald dort, wo sie ihn heiratete
Königin Sonja (89) muss an diesem Mittwoch einen besonders schweren Weg antreten. Im Osloer Dom erweist sie ihrem am 28. August verstorbenen Ehemann König Harald V. (†89) die letzte Ehre. Das Gotteshaus besitzt für die 89-Jährige eine unermessliche historische Bedeutung, schließlich gaben sich Sonja und Harald genau hier am 29. August 1968 das Ja-Wort. Dem Schritt in die Ehe war seinerzeit ein jahrelanger Kampf um die gemeinsame Zukunft vorausgegangen. Fast sechs Jahrzehnte später betritt die Königin die Kathedrale nun ohne ihren Lebensgefährten. Ein trauriges Detail unterstreicht die Dramatik: Nur einen Tag nach Haralds Ableben hätte das Paar seinen 58. Hochzeitstag begangen. In diesen schweren Stunden erfährt Sonja jedoch reichlich Rückhalt. Neben der norwegischen Trauerfamilie erweisen royale Weggefährten aus aller Welt sowie das norwegische Volk dem verstorbenen Staatsoberhaupt an jenem Ort die letzte Ehre, der einst den Grundstein für ihre Ehe legte.
Vor Beginn des Gottesdienstes wurde Haralds Sarg in einer feierlichen Prozession von der Schlosskapelle zum Osloer Dom gebracht. Tausende Bürger begleiteten diesen letzten Weg, um ihrem Monarchen das Geleit durch die Innenstadt zu geben. Punkt 13 Uhr startete die Zeremonie nach der norwegischen Kirchenliturgie, während zeitgleich im ganzen Land das öffentliche Leben für eine Schweigeminute ruhte. Das Kirchenschiff bietet Raum für rund 1.000 geladene Gäste. Dass das Paar 1968 dort überhaupt vor den Altar treten durfte, war keineswegs selbstverständlich. Haralds Vater, König Olav V., verweigerte der Verbindung mit der bürgerlichen Sonja Haraldsen jahrelang die königliche Billigung. Erst als der damalige Kronprinz unmissverständlich mit dem ewigen Ledigenstand drohte, lenkte der Monarch ein. Ende August 1968 besiegelten Sonja und Harald im Dom schließlich ihr Bündnis.
Fünf Jahrzehnte nach der Trauung wählte das Paar dieselbe Kulisse für ein besonderes Jubiläum: Am 29. August 2018 begingen Sonja und Harald ihre Goldene Hochzeit mit einem Festgottesdienst im Osloer Dom. Für die Fahrt vom Schloss zur Kirche nutzten sie jenen historischen Lincoln Continental, der sie bereits 1968 als frischgebackenes Ehepaar befördert hatte. Doch die gemeinsame Ära verlief nicht ohne Schattenseiten: Ende der 1980er-Jahre berichteten Medien unter Berufung auf eine Biografie von handfesten Ehekrisen. Die beiden verbrachten damals auffällig lange getrennte Phasen und absolvierten selbst persönliche Ehrentage ohne den anderen. Die Bindung der Familie an die Kathedrale blieb dennoch bestehen. Im Jahr 2001 schlossen dort König Haakon (53) und Königin Mette-Marit (53) den Bund fürs Leben.

























