Nach Prinz Harrys GQ-Interview wächst der Frust im Palast
Während eines etwa dreiviertelstündigen Gesprächs mit GQ in New York thematisierte Prinz Harry (42) abermals eine potenzielle Beilegung des royalen Dauerstreits. Große Hoffnung auf einen Erfolg macht sich Königshaus-Kenner Robert Hardman allerdings nicht: Bei Sky News rechnete der Journalist vielmehr mit genervten und frustrierten Reaktionen hinter den Palastmauern. Der Grund: Der Herzog von Sussex verdränge mit seinen Aussagen wichtige Termine von König Charles III. (77) und den übrigen Royals aus den Schlagzeilen. Konkret nannte Hardman den Staatsbesuch des Sultans von Oman und das Gedenken an die Katastrophe von Aberfan am 21. Oktober, an dem der Monarch, Königin Camilla (79) und Prinz William (44) teilnehmen sollen.
"Ich denke, im Palast wird man gewissermaßen mit den Augen rollen. Es ist ein sehr langes Interview, das er gegeben hat; es dauert etwa 45 Minuten", schilderte Hardman seine Einschätzung zur Stimmung hinter den Palastmauern. Der Unmut im Palast gründet sich laut dem Experten vor allem auf das schlechte Timing: Der Staatsbesuch aus dem Oman gilt als hochrangiger Pflichttermin, und direkt am nächsten Tag jährt sich das tragische Unglück von Aberfan zum 60. Mal. Dass Harry genau in dieser sensiblen Woche mit persönlichen Themen an die Öffentlichkeit geht, stiehlt den eigentlichen Ereignissen das Rampenlicht. Zwar bewertete Hardman das Signal zur Versöhnung im Kern als richtig, er kritisierte jedoch das Fehlen jeglicher konkreter Schritte zur Umsetzung. Harry selbst betonte: "Manche Menschen wollen nicht, dass es klappt. Ich will, dass es klappt. Bei allem anderen, was gerade in der Welt passiert, ist das Wichtigste die Versöhnung – das ist der entscheidende Punkt."
Seinen Wunsch nach einem Neuanfang bezog der Herzog von Sussex sowohl auf seinen Vater König Charles als auch auf seinen Bruder Prinz William. Der Royal-Experte geht allerdings davon aus, dass eine Aussöhnung unter den Brüdern deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Als Hauptgrund für die tiefe Eiszeit sieht Hardman den massiven Vertrauensbruch, den Harry mit der Veröffentlichung seiner Memoiren "Reserve" im Jahr 2023 ausgelöst hat. Dass Verletzungen bleiben können, räumte der Autor in dem Gespräch mit GQ ein – er plädierte aber dafür, die eigene Sichtweise zu ändern: "Narben bleiben für immer. Aber wie man diese Geschehnisse wahrnimmt und mit welcher Haltung man ihnen begegnet, die Vergangenheit loszulassen – dazu würde ich jeden ermutigen." Über anhaltende familiäre Konflikte sagte er außerdem: "Aber ja, für mich gibt es genug Drama auf der Welt und genug Drama im Leben der Menschen, als dass man Probleme mit der Familie weiterführen müsste."


























