König Haralds Tod wirbelt Norwegens Fußball durcheinander

König Haralds Tod wirbelt Norwegens Fußball durcheinander

- Marina Birner
Lesezeit: 2 min
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Der Tod von König Harald V. (†89) am 28. August stürzt Norwegen in Trauer – und bringt auch den Spielplan des Landes ins Wanken. Der Monarch starb im Alter von 89 Jahren, und noch am selben Tag zog der norwegische Fußballverband Konsequenzen: Sämtliche für Samstag geplanten Partien der Eliteserien werden auf Sonntag verlegt. Doch damit ist es nicht getan. Auch Begegnungen der Frauenligen und der unteren Spielklassen, die in den kommenden 48 Stunden ausgetragen werden sollten, verschieben sich wegen der Staatstrauer. Eine solche flächendeckende Verlegung des gesamten Spielbetriebs ist im norwegischen Fußball absolut ungewöhnlich. Der Verband sprach in seiner Mitteilung der Königsfamilie und allen Menschen, die Harald nahestanden, sein Mitgefühl aus, wie Ekstra Bladet berichtet. Über die Grenzen des Sports hinaus dürfte der Tag als einer der einschneidendsten in der jüngeren Geschichte des Landes in Erinnerung bleiben.

Betroffen von der Planänderung sind unter anderem zwei Schwergewichte der Liga. Molde tritt sein Auswärtsspiel bei Vålerenga nun erst am Sonntag an, und auch Viking empfängt Aalesund einen Tag später als ursprünglich vorgesehen. Für Viking kommt die Verschiebung in einer besonders turbulenten Phase: Der Klub hatte sich nur wenige Tage zuvor für die Champions League qualifiziert. Dass der Fußball in Norwegen innehält, hat auch einen symbolischen Grund. Harald war dem Sport bis zuletzt sichtbar verbunden. Gut einen Monat vor seinem Tod hatte der Monarch noch die norwegische Nationalmannschaft empfangen, die zuvor bei der WM-Endrunde in den USA erfolgreich gewesen war. Der Empfang gehörte damit zu den letzten öffentlichen Momenten, in denen der König Berührungspunkte mit dem Fußball des Landes hatte.

Mit dem Tod des Königs geht der norwegische Thron an seinen Sohn Haakon (53) über. Dieser war jahrzehntelang Kronprinz und übernimmt nun die Aufgaben seines Vaters. Der Thronwechsel verändert zugleich die Rolle seiner Tochter Ingrid Alexandra (22): Sie wird Kronprinzessin und steht damit an erster Stelle der Thronfolge. Für sie fällt die neue Position mit einem privaten Neuanfang zusammen. Nach einem Studienjahr in Australien war Ingrid Alexandra erst kürzlich wieder nach Oslo gekommen. Dort setzt sie ihr Studium vorerst im Rahmen eines Austauschprogramms fort. Sollte sie ihrem Vater eines Tages auf den Thron folgen, würde sie Geschichte schreiben: Sie wäre die erste norwegische Königin aus eigenem Recht seit mehr als 600 Jahren. Harald selbst hatte den Thron 1991 bestiegen und war damit über drei Jahrzehnte Staatsoberhaupt des Landes.

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Hat der norwegische Fußballverband richtig gehandelt, den gesamten Spielbetrieb zu verschieben?