Grammy-Gewinnerin Cassandra Wilson mit 70 Jahren verstorben
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Grammy-Gewinnerin Cassandra Wilson mit 70 Jahren verstorben

- Anja-Stine Andresen
Lesezeit: 2 min
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Die Jazzwelt trauert um eine ihrer markantesten Stimmen: Cassandra Wilson ist verstorben. Die zweifache Grammy-Gewinnerin starb am Mittwoch, dem 2. September 2026, in ihrer Geburtsstadt Jackson im US-Bundesstaat Mississippi. Sie wurde 70 Jahre alt. Ihre letzten Stunden verbrachte die Sängerin in ihrem Zuhause – umgeben von den Menschen, die ihr am nächsten standen. "Cassandra Wilson ist friedlich zu Hause im Beisein ihrer Familie, enger Freunde und ihres Managers von uns gegangen", teilte ihr langjähriger Manager Robert Torre dem Radiosender WBGO mit. Cassandra galt über Jahrzehnte als eine der einflussreichsten Künstlerinnen ihres Genres. Sie verband den Jazz mit Blues, Country und Folk und machte sich einen Namen damit, bekannte Songs komplett neu zu deuten – von Joni Mitchell (82) über Robert Johnson bis hin zu The Monkees und Hank Williams.

Gegenüber The New York Times bestätigte auch Jeramiah Howard, der Gerichtsmediziner des Hinds County, den Tod der Musikerin. Eine genaue Todesursache wurde zunächst nicht öffentlich gemacht. Für ihr Album "New Moon Daughter" wurde Cassandra erstmals mit einem Grammy ausgezeichnet, später folgte eine zweite Trophäe für "Loverly". Beide Male siegte sie in einer Kategorie für Jazzgesang. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit einer beeindruckenden Bandbreite an Musikern zusammen, darunter The Roots, Elvis Costello, Steve Coleman, Greg Osby und Wynton Marsalis. Außerdem stand sie als Vorgruppe von Miles Davis (†65) auf der Bühne. 2022 ernannte das National Endowment for the Arts sie zum Jazz Master.

Cassandra wurde am 4. Dezember 1955 in Jackson geboren. Musik begleitete sie von klein auf und lag ihr im Blut: Ihr Vater spielte Bass und Gitarre, ihre Mutter arbeitete als Musiklehrerin. Mit sechs Jahren setzte Cassandra sich erstmals ans Klavier, mit zwölf kam die Gitarre dazu. In den 1970er-Jahren begann ihre Laufbahn als Sängerin und in den 1980er-Jahren zog sie nach New York City und gehörte dort zu den Mitbegründern des M-Base Collective. Tief betroffen vom Tod der Musikerin zeigte sich Dorthaan Kirk, die ebenfalls als Jazz Master ausgezeichnet wurde. "Ich bin einfach am Boden zerstört. Cassandra fühlte sich mir vollkommen verbunden, weil sie zu mir als Ältere und als jemandem aus der Branche aufsah", erklärte sie gegenüber The U.S. Sun. Die beiden Frauen seien wie eine Familie gewesen – Cassandra habe sie liebevoll "Mother Kirk" genannt.

Cassandra Wilson mit dem Grammy für "Loverly" im Pressebereich der 51. Grammy Awards, Los Angeles, 8. Februar 2009
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Cassandra Wilson mit dem Grammy für "Loverly" im Pressebereich der 51. Grammy Awards, Los Angeles, 8. Februar 2009
Cassandra Wilson feiert Billie Holiday beim Newport Jazz Festival in Rhode Island, 1. August 2015
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Cassandra Wilson feiert Billie Holiday beim Newport Jazz Festival in Rhode Island, 1. August 2015
Cassandra Wilson performt bei der Songwriters Hall of Fame Induction & Awards im New York Marriott Marquis, 15. Juni 2017
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Cassandra Wilson performt bei der Songwriters Hall of Fame Induction & Awards im New York Marriott Marquis, 15. Juni 2017