

Florian Silbereisen verrät sein Ritual gegen Lampenfieber
Florian Silbereisen (45) ist Deutschlands Showdauerbrenner Nummer eins: Seit über zwei Jahrzehnten steht er vor einem Millionenpublikum. Trotzdem schlackert ihm vor jeder großen Sendung ordentlich der Magen. Im "MDR Riverboat" packte er im Gespräch mit Klaus Brinkbäumer und Kim Fisher (57) aus, wie sehr ihn die Nerven plagen. Sein Fazit ist ernüchternd: "Mein Lampenfieber wird wirklich von Jahr zu Jahr schlimmer. Es ist wirklich brutal und ich weiß nicht, weshalb das so ist." Dabei sei er sich bewusst, dass er "nicht am offenen Herzen" operiere, sondern nur eine Show moderiere. Besonders zäh werde es kurz vor dem Startschuss, vor allem, wenn sich der Beginn verzögere. Läuft die Show erst, verfliegt die Panik meist zügig. Woher der Druck kommt? Aus seinem eigenen Perfektionsanspruch. Erst kürzlich, bei der "Großen Maus-Show", sei die Anspannung wieder spürbar gewesen: Weil technisch zu Beginn der Sendung nichts funktionierte, sei er sehr nervös gewesen und auch das Team habe geschwitzt, berichtet Joyn.
Damit die Nerven nicht komplett durchdrehen, hat sich Florian über die Jahre ein festes Ritual zurechtgelegt. Vor der Sendung zieht er sich zurück, legt sich hin, geht im Kopf den Ablauf durch – und schläft dabei angeblich sogar noch mal richtig tief ein. Geweckt wird er auf besondere Weise: "Meine Mama ruft mich an und wünscht mir Glück, dann weiß ich: Jetzt geht's los", verriet er im "Riverboat". Danach ein paar Liegestütze, ein Kaffee oder Energydrink – fertig ist die Bühnenvorbereitung. Nicht verhandelbar ist ein Kleidungsstück: seine rote Glücksunterhose, die ihn seit 23 Jahren bei seinen Auftritten begleitet. Fehlt sie im Koffer, wird sie notfalls in letzter Minute nachgeliefert. "Ohne dieses Ding geht es wirklich nicht", stellte er klar. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung gab Florian unumwunden zu, "ein bisschen abergläubisch" zu sein.
Die Farbe seines Glücksbringers sei längst verblasst, doch gepflegt werde das gute Stück nach wie vor liebevoll, erklärte der Entertainer. Kurz vor dem Auftritt zieht sich Florian dann noch einmal zurück und spricht ein Gebet. Seine Liebe zur Musik reicht bis in die Kindheit: Mit drei Jahren schenkte ihm sein Opa eine Steirische Harmonika, mit sechs spielte er mit der Gruppe Lustige Almdudler auf Volksfesten, mit zehn erschien seine erste Single, mit 15 sein erstes Album. 1999 machte ihn ein Auftritt bei Carmen Nebel (70) bundesweit bekannt, eine zuvor begonnene Banklehre hatte er da längst nach wenigen Tagen hingeworfen. 2004 übernahm er von Nebel die "Feste"-Shows und wurde damit der bis dato jüngste Moderator einer Samstagabendshow in Europa.

























