Rätsel um Reichsinsignien nach König Haralds Tod

Rätsel um Reichsinsignien nach König Haralds Tod

- Sandrine Palme
Lesezeit: 3 min
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Der Tod von König Harald V. (†89) am 28. August 2026 bewegt Norwegen noch immer – nun wirft ein Detail rund um seine Bahre Fragen auf. In der Schlosskapelle in Oslo sind nämlich nur zwei der insgesamt vier norwegischen Reichsinsignien zu sehen: die Königskrone und das Reichsschwert. Zepter und Reichsapfel fehlen dagegen. Das sorgt vor allem deshalb für Verwunderung, weil der Hof nach Recherchen von VG alle vier Stücke aus dem Erzbischöflichen Palast in Trondheim nach Oslo bringen ließ. Auch die Polizei bestätigte, dass sich sämtliche Insignien in der Hauptstadt befinden. Wo Zepter und Reichsapfel derzeit aufbewahrt werden und weshalb sie überhaupt nach Oslo transportiert wurden, ließ der Palast trotz mehrfacher Anfragen der Zeitung unbeantwortet. Pressesprecherin Sara Svanemyr erklärte lediglich: "Die vier Objekte wurden gemeinsam nach Oslo transportiert. Der Tradition entsprechend liegen die Königskrone und das Reichsschwert auf der Bahre."

Noch mehr Fragen wirft eine Mitteilung auf, die unmittelbar nach Haralds Tod auf der Website des Königshauses veröffentlicht worden war. Darin hieß es zunächst: "Die Königskrone, das Reichsschwert, das Zepter und der Reichsapfel werden auf der Bahre platziert." Laut VG wurde der Text später geändert – anschließend war nur noch von Krone und Schwert die Rede. Tatsächlich entspricht die jetzige Anordnung der historischen Tradition. Auf alten Aufnahmen der Bahren von König Haakon im Jahr 1957 und König Olav im Jahr 1991 sind ebenfalls ausschließlich diese beiden Insignien zu sehen. Die Vitrinen in Trondheim, in denen die vier Stücke normalerweise ausgestellt werden, sind derzeit hingegen komplett leer. NDR-Direktor Oddmund Hoel bestätigte: "Auf Bestellung des Palastes wurden alle vier nach Oslo transportiert, nachdem sie aus den Vitrinen genommen worden waren, die nun leer sind. Weitere Fragen dazu müssen an den Palast gerichtet werden." Ein Großteil der Reichsinsignien war ursprünglich für die Krönung von Carl IV. Johan im Nidarosdom im Jahr 1818 angefertigt worden.

Haralds Bahre wurde innerhalb des Königlichen Schlosses vom Roten Salon in die Schlosskapelle gebracht. Seine Kinder und Enkel sowie Königin Sonja (89), Königin Mette-Marit (53) und auch ihr Sohn Marius Borg Høiby (29) begleiteten die Vorbereitungen für die Prozession. In den vergangenen Tagen kamen mehrere Tausend Menschen in die Kapelle, um sich von dem im Alter von 89 Jahren verstorbenen Monarchen zu verabschieden. Dabei konnten sie auch die Königskrone und das Reichsschwert an seiner Bahre sehen. Damit bei deren Platzierung jedes Detail der Tradition entspricht, wurde eigens der Forscher Øystein Ekroll hinzugezogen. Das Reichsschwert befindet sich mit dem Griff über Haralds rechter Hand, da der König Rechtshänder war. Gegenüber NTB erklärte Ekroll die Bedeutung der korrekten Anordnung: "Rituale sind Dinge, die auf die richtige Weise, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort vollzogen werden müssen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass das, was beim Tod des Königs getan werden soll, sehr korrekt ausgeführt wird." Obwohl das norwegische Parlament den Krönungsparagrafen bereits 1908 abschaffte, besitzen die Reichsinsignien bis heute eine große symbolische Bedeutung.

König Harald und Königin Sonja treffen zum Goldhochzeitskonzert im Königlichen Opernhaus in Stockholm ein
Imago
König Harald und Königin Sonja treffen zum Goldhochzeitskonzert im Königlichen Opernhaus in Stockholm ein
Sarg von König Harald V wird im Trauerzug vom Königsschloss zum Osloer Dom gefahren, 9. September 2026
Getty Images
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Königin Sonja, König Haakon und Königin Mette-Marit bei der Trauerfeier für König Harald in der Osloer Domkirche
Getty Images
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