US-Vertretung bei König Haralds Begräbnis sorgt für Empörung
Am heutigen Mittwoch, dem 9. September, nimmt Norwegen in Oslo offiziell Abschied von König Harald V. (†89), der am 28. August im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Für Aufregung sorgt allerdings nicht die Trauerfeier selbst, sondern die Gästeliste: Die USA schicken zur Beisetzung des Monarchen weder Präsident Donald Trump (80) noch Vizepräsident J.D. Vance oder Außenminister Marco Rubio. Erst am späten Dienstagabend und damit nach längerem Warten auf norwegischer Seite gab Washington bekannt, wer die Vereinigten Staaten bei der Beisetzung vertreten soll: Allison Hooker, Staatssekretärin für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium, wird an den Feierlichkeiten teilnehmen. Dass lediglich eine Politikerin aus der zweiten Reihe entsandt wird und die Mitteilung zudem so kurzfristig erfolgte, stößt bei mehreren Experten auf scharfe Kritik. Die Entscheidung wird als mögliche Brüskierung des skandinavischen Landes gewertet. Ein Beobachter sprach in diesem Zusammenhang gar von einem "Finger im Auge Norwegens". Ein offiziell bestätigtes Motiv der US-Regierung für die Personalie gibt es bislang nicht.
USA-Experte Hilmar Mjelde findet für Washingtons Vorgehen deutliche Worte. "Das ist eine Vertretung auf überraschend niedrigem Niveau", kritisiert der Sozialwissenschaftsprofessor gegenüber Nettavisen. Als möglichen Hintergrund brachte er dem Portal gegenüber ausgerechnet den Friedensnobelpreis ins Spiel, der in Oslo verliehen wird und den Donald Trump bislang nicht erhalten hat. "Der Friedensnobelpreis könnte die Erklärung sein. Wir haben Trump den Friedenspreis nicht gegeben, dann geschieht es uns recht, undankbar, wie wir sind", erklärt er dem norwegischen Portal. Damit deutet der Experte an, dass die auffallend kleine Delegation womöglich mit der ausgebliebenen Ehrung zusammenhängen könnte. Belegt ist diese Vermutung allerdings nicht. Auch die Zeitung Aftenposten griff die Debatte auf und stellte die Frage in den Raum, ob die Entscheidung Washingtons, lediglich eine Unterstaatssekretärin nach Oslo zu schicken, als "eine Beleidigung" zu verstehen sei. Ein offiziell bestätigtes Motiv der US-Regierung nennt das Blatt nicht. Somit bleibt offen, weshalb kein ranghöherer Vertreter aus Washington zu Haralds Beisetzung kommt.
Während die politische Diskussion weiterläuft, steht in Oslo der Abschied im Mittelpunkt. Die norwegische Königsfamilie trauert gemeinsam um Harald. Königin Mette-Marit (53) wirkte bei ihrer Ankunft am Osloer Dom sichtlich bewegt. Auf dem Weg in die Kirche wischte sie sich Tränen aus dem Gesicht. Zuvor hatte sie zusammen mit Königin Sonja (89) die Trauerprozession vom königlichen Schloss aus in einer Limousine begleitet. Weitere Familienmitglieder folgten dem Sarg des verstorbenen Monarchen durch die norwegische Hauptstadt. König Haakon (53), Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22), Prinz Sverre Magnus (20) und Prinzessin Märtha Louise (54) reihten sich hinter Haralds Sarg ein. Damit stand für die Royals an diesem Tag der persönliche Verlust im Mittelpunkt, während außerhalb der Trauerfeier weiter über die diplomatische Bedeutung der US-Entscheidung diskutiert wurde.


























