Netflix verliert David Fincher nach Streit um Brad-Pitt-Film
Die Zusammenarbeit zwischen David Fincher (64) und Netflix könnte nach mehreren Jahren bald enden. Berichten zufolge plant der Regisseur nicht, seinen noch bis 2027 laufenden Exklusivvertrag mit dem Streaminganbieter zu verlängern. Hintergrund sollen Spannungen mit Netflix-Filmchef Dan Lin während der Produktion von "The Further Mis-Adventures of Cliff Booth" sein. In dem Film schlüpft Brad Pitt (62) erneut in die Rolle des Stuntmans Cliff Booth aus "Once Upon a Time... in Hollywood". Wie Page Six unter Berufung auf Insider berichtet, sollen David und Dan vor allem wegen der hohen Kosten für umfangreiche Nachdrehs aneinandergeraten sein. Damit könnte das Projekt mit Brads Beteiligung Davids letzte Arbeit für Netflix werden. Ob der mögliche Abschied tatsächlich mit dem mutmaßlichen Streit zusammenhängt, ist bislang allerdings nicht offiziell bestätigt.
Nach dem ersten Schnitt soll David zusätzliche Dreharbeiten gefordert haben, die mit hohen Kosten verbunden gewesen wären. Netflix-Filmchef Dan habe sich zunächst dagegen ausgesprochen und schließlich lediglich einige weitere Drehtage genehmigt. David ist für seine detailverliebte Arbeitsweise bekannt, zu der zahlreiche Takes und nachträgliche Änderungen gehören. Dan setzt dagegen seit der Übernahme der Filmsparte im Frühjahr 2024 verstärkt auf Kostendisziplin, begrenzt Budgets und reduziert die Anzahl der Produktionen. Laut dem Bericht könnten damit auch weitere gemeinsame Projekte damit vom Tisch sein. Sowohl eine US-Adaption von Squid Game als auch eine Neuauflage von "Der Fremde im Zug" sollen demnach nicht mehr gemeinsam umgesetzt werden. Der Film "The Further Mis-Adventures of Cliff Booth" soll hingegen wie vorgesehen veröffentlicht werden: Am 25. November 2026 startet er in IMAX-Kinos, bevor er ab dem 23. Dezember 2026 beim Streamingdienst verfügbar ist.
Netflix war für David lange Zeit eine zentrale Anlaufstelle für seine kreativen Projekte. Der Regisseur arbeitete an den Serien "House of Cards", "Mindhunter" und "Love, Death & Robots" mit und brachte dort auch die Filme "Mank" und "The Killer" heraus. Diese Produktionen entstanden noch während der Amtszeit von Scott Stuber (57), Davids früherem Ansprechpartner und einem Befürworter kreativer Filmschaffender. Mit "The Further Mis-Adventures of Cliff Booth" arbeitete der Filmemacher erstmals mit dessen Nachfolger zusammen, der stärker auf die Kosten achten soll. Laut Page Six blieb es nicht bei Spannungen mit David: Auch bei der Produktion des Thrillers "Animals" soll es zwischen Dan und Ben Affleck (54) Probleme gegeben haben. Eine Person aus dem Umfeld des Schauspielers bestätigte dem Portal demnach, dass Ben den Manager nicht ausstehen könne. Gleichzeitig befindet sich Netflix' Filmsparte insgesamt im Umbruch. Obwohl der Anbieter Kinostarts stärker in den Fokus rückt, wird weiterhin gespart. Zuletzt trennte sich das Unternehmen von rund 1.000 Mitarbeitenden.


























