Jesse Eisenberg packt über die Lernkurve als Regisseur aus

Jesse Eisenberg packt über die Lernkurve als Regisseur aus

- Nicole Vasiljuk
Lesezeit: 3 min
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Jesse Eisenberg (43) hat beim London Film Festival offen über die Hürden bei seinem zweiten Film gesprochen. Die Dreharbeiten zur Tragikomödie "A Real Pain", die 2024 in die Kinos kam, stellten sich für ihn als echte Lernkurve heraus – besonders wegen seines Hauptdarstellers Kieran Culkin (44). Schon der Produktionsstart in Polen verlief alles andere als einfach. So war sich das Team nicht einmal sicher, ob Kieran die Reise überhaupt antreten würde. Produzentin Emma Stone (37) griff sogar persönlich ein. "Wir wussten nicht, ob Kieran überhaupt jemals in Polen auftauchen würde. Emma Stone produziert den Film. Sie nahm ihn persönlich mit ins Flugzeug nach Polen, wo gedreht wurde, weil wir nicht wussten, ob er auftauchen würde", erinnerte sich der Regisseur. "Sie schickte mir ein Video, wie er durch den Zoll ging, und sagte: 'Wir sind hier!' Und dann kam er trotzdem noch zu spät."

Auch am Set stellte Kieran seinen Regisseur vor die Probe. Der Schauspieler drängte auf eine spontanere Arbeitsweise, ganz gegensätzlich zu Jesses Plan. Am Ende entschieden sich der Filmemacher und sein Team dafür, sich auf den unberechenbaren Hauptdarsteller einzulassen. "Wir fragten uns: Was ist das Beste für den Film? Und ich schätze, das Beste für den Film ist wahrscheinlich, diesem Energiebündel zu folgen, weil er ohnehin der Motor des Films ist", schilderte Jesse. "Wenn er nur eine kleine Rolle hätte, würde man sagen: 'Wir müssen diesem Kerl einfach sagen, dass er den Mund halten soll', wisst ihr? Aber er ist der Hauptdarsteller ... Also war es eine echte Lernkurve." Das Abenteuer hat sich jedoch allemal ausgezahlt: Der Film hat zum Beispiel bei Rotten Tomatoes eine herausragende Kritikerwertung von 96 %. Der Publikumsscore liegt bei 82 %.

Mittlerweile hat Jesse mit "The Debut" ein weiteres Projekt vorgelegt, bei dem er gleich mehrere Aufgaben übernahm: Er schrieb das Drehbuch, produzierte mit und führte Regie. Oscarpreisträgerin Julianne Moore (65) spielt darin die schüchterne Mona Friedman, die in einer Laientheaterproduktion aufblüht, sich jedoch immer mehr in ihrer Rolle verliert. Die Geschichte hat einen persönlichen Touch, wie der Filmemacher beim San Sebastian Film Festival selbst verriet: 1990 fand er selbst als siebenjähriger, schüchterner Junge in New Jersey über ein Gemeinschaftstheater Anschluss. "Plötzlich war es, als wäre ich auf einen fremden Planeten gekommen, auf dem alle nett waren, und dann ging ich, genau wie Julianne Moores Figur, zu weit und wurde verrückt", erzählte er. Wer sich das neue Werk anschauen möchte, braucht noch etwas Geduld: In Deutschland startet der Film voraussichtlich am 21. Januar 2027 in den Kinos.

Schauspieler Jesse Eisenberg, 2019
Hannes Magerstaedt/Getty Images
Schauspieler Jesse Eisenberg, 2019
Jeff Daniels, Emma Stone und Kieran Culkin, 2010
Getty Images
Jeff Daniels, Emma Stone und Kieran Culkin, 2010
Kieran Culkin und Jesse Eisenberg bei der Eröffnung des Sundance Film Festival 2024
Getty Images
Kieran Culkin und Jesse Eisenberg bei der Eröffnung des Sundance Film Festival 2024
Kieran kam zu spät und setzte auf Spontaneität: Wie wirkt diese Set-Energie auf euch?