"Dumm gefühlt": Summer Terenzi litt stark unter Legasthenie
Summer Terenzi (20) gibt erstmals einen offenen Einblick in ein Kapitel ihres Lebens, über das sie bislang nie öffentlich gesprochen hat. In der Doku "Born Famous" erzählt die Tochter von Sarah Connor (46) und Marc Terenzi (48) von ihrer Legasthenie und davon, wie sehr sie in der Schule darunter gelitten hat. Besonders eine Situation in der vierten Klasse hat sich bei ihr eingebrannt: Bei einem Diktat waren ihre Mitschüler längst fertig, während sie noch damit kämpfte, die Wörter überhaupt zu lesen und zu Papier zu bringen. Ein Mädchen aus ihrer Klasse wies sie darauf hin, dass sie deutlich langsamer sei – Summer hatte das Gefühl, dass die anderen sich über sie lustig machten. Den Grund für ihre Schwierigkeiten kannte sie damals noch nicht. "Das erste Mal, als ich mich dumm gefühlt habe, war in der vierten Klasse", erinnert sie sich in der Doku.
Dass es einen Namen für ihr Problem gab, wusste die 19-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht. "Mir hat keiner erklärt, dass es nicht normal ist, dass sich die Buchstaben bewegen oder vertauschen. Für mich war das immer so: 'Alter, ich bin dumm'", schildert sie ihre damalige Wahrnehmung. Ihre Mutter stellt in "Born Famous" klar, dass davon keine Rede sein könne: "Das stimmt natürlich überhaupt nicht. Sie hat einfach nur anders gelernt." An Summers Schule in Berlin habe es kaum Verständnis für Legasthenie gegeben und auch nicht die Förderung, die sie gebraucht hätte. Ihre Tochter habe dort "eine ziemliche Höllenzeit" erlebt, berichtet die Sängerin. Summer war so unglücklich, dass sie am liebsten alles hingeworfen hätte – doch Sarahs Ehemann bestand darauf, dass sie einen Abschluss macht. Die Wende kam mit dem Wechsel an ein Musikinternat in London. Dort nahmen sich die Lehrer Zeit für sie, gingen Prüfungen gemeinsam mit ihr durch und stellten den Unterricht auf ihre Legasthenie ein. Am Ende machte sie ihren Abschluss in Fächern wie Musik, Musikproduktion und Theater. Damit könne sie sich zwar nicht an jeder Universität bewerben, wie sie erzählt, aber an jeder Musikuniversität.
Die Idee für den Neuanfang in England kam ihr, als ihr älterer Bruder Tyler (22) für sein Studium nach London zog. "Ich will auch nach England!", habe sie damals beschlossen. Für Sarah war es eine große Belastung, mit ansehen zu müssen, wie sich ihre Tochter wegen der Schwierigkeiten in der Schule selbst für dumm hielt. Gleichzeitig sei ihr klar geworden, wie unglücklich Summer in Berlin war und dass es dort für sie nicht weitergehen konnte. Die persönliche Betreuung in London veränderte schließlich auch den Blick der Nachwuchsmusikerin auf sich selbst: "Ich habe zum ersten Mal an dieser Schule das Gefühl gehabt, dass ich auch schlau bin."








