

Kronprinz Haakon unter Druck zwischen Amt und Familie
Der norwegische Kronprinz Haakon (53) muss sich derzeit an zwei Fronten behaupten: Sein Vater König Harald V. (89) liegt wegen einer bakteriellen Infektion im Blut bis auf Weiteres im Osloer Rikshospitalet, weshalb er erneut die Amtsgeschäfte als Regent übernommen hat. Gleichzeitig befindet sich seine Ehefrau Kronprinzessin Mette-Marit (53) nach ihrer Lungentransplantation noch in der Genesungsphase. Haakon möchte für sie und die Familie da sein. Eigentlich hatte der Palast angekündigt, dass der Kronprinz sein Programm anpassen werde, um mehr Zeit mit Mette-Marit und seiner Familie verbringen zu können. Von einer entspannteren Phase kann laut der norwegischen Tageszeitung Dagbladet allerdings keine Rede sein. Ein Blick in das offizielle Programm des Palastes zeigt: Zwischen dem 24. August und dem 4. September stehen insgesamt 14 Termine in seiner Rolle als Regent in Haakons Kalender. Ein Pensum, das angesichts der familiären Lage für Diskussionen sorgt.
Der Terminkalender des Kronprinzen ist prall gefüllt: Neben einer Drill-Vorführung der Königsgarde auf dem Osloer Schlossplatz und mehreren Treffen mit neu einberufenen Botschaftern stehen ein Empfang für die Gewinner des Kavli-Preises 2026, ein Treffen mit Schulkindern und sogar eine Kanutour durch einen Nationalpark auf dem Programm. Königshausexpertin Tove Taalesen sieht darin eine enorme Last. "Ich glaube, die Belastung für den Kronprinzen ist sehr groß. Er befindet sich in einer Situation, in der sowohl sein Vater als auch seine Frau schwer krank waren, während er zugleich seine Rolle als Kronprinz wahrnehmen muss – und nun erneut als Regent", erklärte sie. Eine Auszeit sei jedoch keine Option: "Aber konstitutionelle Pflichten können nicht aufgeschoben werden. Wenn der König krank ist, muss der Kronprinz einspringen. Gleichzeitig ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass Haakon sich sein ganzes Leben lang auf diese Rolle vorbereitet hat." Eine Anfrage der Zeitung, ob Haakons Arbeitspensum verringert werde, ließ der Palast zunächst unbeantwortet.
Harald war am 17. August ins Krankenhaus gekommen, nachdem sich infolge einer Kortisonbehandlung gegen seine hämolytische Anämie Flüssigkeit in seinem Körper angesammelt hatte. Zunächst verschlechterte sich sein Zustand. Wegen der bakteriellen Infektion im Blut erhält der Monarch Antibiotika. Am Sonntagabend teilte der Palast mit, dass er auf die Behandlung angesprochen habe und seine Lage stabil sei. Der König muss vorerst in der Klinik bleiben und ist bis auf Weiteres krankgeschrieben. Haakon und Mette-Marit hatten das Familienoberhaupt einen Tag nach der Einweisung gemeinsam besucht. Bereits im vergangenen Winter hatte der Kronprinz kurzfristig als Regent einspringen müssen, während sein Vater auf der Kanareninsel Teneriffa wegen einer Infektion und Dehydrierung behandelt wurde. Sollte Harald länger ausfallen, könnte es laut Tove eng werden, denn im Königshaus gäbe es nur wenige Personen, die ihn vertreten könnten. "Im Moment geht es darum, sich um die Familie und die konstitutionellen Pflichten zu kümmern", so die Expertin.








