Nach König Haralds Tod: Epstein-Verweis sorgt für Empörung

Nach König Haralds Tod: Epstein-Verweis sorgt für Empörung

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min
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König Harald V. (†89) von Norwegen ist am Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren im Rikshospitalet friedlich eingeschlafen. Um 6.35 Uhr wurde sein Tod offiziell bekannt gegeben – die Nachricht stürzte Norwegen in tiefe Trauer. Für Empörung sorgt seitdem allerdings die Berichterstattung der britischen Zeitung The Guardian: Das Blatt stellte direkt einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Monarchen und den früheren Kontakten seiner Schwiegertochter Mette-Marit (53) zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) her. Übersetzt lautete die Überschrift: "Der Tod des Monarchen ereignet sich in einer turbulenten Zeit für die Königsfamilie aufgrund der Verbindung der Kronprinzessin zu Jeffrey Epstein." Während Trauernde auf dem Osloer Schlossplatz zusammenkamen und Blumen niederlegten, stieß diese Schwerpunktsetzung in Norwegen zugleich auf deutliche Kritik. Mehrere Stimmen bezeichneten den Fokus auf die Affäre als pietätlos und respektlos gegenüber dem verstorbenen König.

Besonders deutlich äußerte sich Sigrid Hvidsten. Die Kommentatorin der norwegischen Zeitung Dagbladet hält es für unangebracht, ausgerechnet in einer Todesmeldung die Epstein-Affäre aufzugreifen. "Ich empfinde das in diesem Moment als heftig und respektlos. Es ist unglaublich geschmacklos, Epstein in die Todesnachricht hineinzuziehen. Norwegen trauert um einen König, der sehr vielen Menschen sehr viel bedeutet hat. Hier auf dem Schlossplatz stehen Menschen und weinen", empörte sie sich gegenüber dem Branchenblatt. Dass die Königsfamilie turbulente Jahre erlebt hatte, stellte Sigrid dabei nicht infrage. An diesem Tag sollten jedoch Harald und sein Wirken als warmherziger, großzügiger und integrativer König im Mittelpunkt stehen. Auch die Autorin Mala Wang-Naveen reagierte auf X mit scharfen Worten: "Was für eine beschämende Überschrift, The Guardian. Norwegen liebte König Harald. Seinen Tod in der Überschrift mit dem Epstein-Skandal zu verbinden, ist geschmacklos, unnötig und zutiefst respektlos." Immerhin meldete sich König Charles (77) mit einem emotionalen Statement zu Wort: Er bekundete Königin Sonja (89) und der gesamten Familie sein tief empfundenes Beileid und betonte, Großbritannien teile Norwegens Trauer um einen hochgeschätzten Verwandten und Freund.

Hintergrund des umstrittenen Verweises sind Dokumente, die in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen sorgten. Laut der norwegischen Zeitung VG tauchte Mette-Marits Name "hunderte Male" in veröffentlichten Epstein-Akten auf. Dabei kamen zahlreiche E-Mails und Nachrichten ans Licht, die zwischen der Kronprinzessin und dem mittlerweile verstorbenen US-Unternehmer ausgetauscht worden waren. Der norwegische Palast bestätigte zudem, dass Mette-Marit 2013 vier Tage auf Epsteins Anwesen in Palm Beach verbrachte – begleitet von einer Freundin und zu einem Zeitpunkt, an dem sie bereits seit zwölf Jahren mit Kronprinz Haakon verheiratet war. Zwischen Harald und Charles bestand unterdessen auch eine familiäre Verbindung: Der norwegische König war ein Ururenkel von Königin Victoria und ein Cousin zweiten Grades von Charles' Mutter, Queen Elizabeth II. (†96). In seinem Nachruf verwies Charles zudem auf die historisch gewachsenen familiären Verbindungen zwischen Norwegen und Großbritannien, die sich insbesondere während des Zweiten Weltkriegs noch vertieft hätten.

König Harald V. bei der Willkommenszeremonie am Königlichen Schloss in Oslo, 24. März 2026
Getty Images
König Harald V. bei der Willkommenszeremonie am Königlichen Schloss in Oslo, 24. März 2026
König Harald und Kronprinzessin Mette-Marit, Dezember 2023
Getty Images
König Harald und Kronprinzessin Mette-Marit, Dezember 2023
Collage: Kronprinzessin Mette-Marit und Jeffrey Epstein
Collage: Getty Images, IMAGO / ZUMA Press Wire
Collage: Kronprinzessin Mette-Marit und Jeffrey Epstein
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