Riesiger Andrang bei der Vereidigung von König Haakon VIII.
In der Osloer Innenstadt herrschte dichtes Gedränge, als König Haakon VIII. (53) am 1. September seinen Amtseid ablegte. Nach gemeinsamen Auswertungen der Stadtverwaltung und der Polizei, die der norwegische Rundfunksender NRK bestätigte, versammelten sich mindestens 208.000 Menschen im Zentrum der Hauptstadt. Eine erstaunliche Masse, die kollektiv beschlossen hatte, den historischen Thronwechsel nicht etwa in Jogginghose vor dem heimischen Fernseher zu verfolgen, sondern sich stattdessen lieber vor Ort die Beine in den Bauch zu stehen. Der frisch gebackene Monarch schwor seinen Eid damit vor einer Kulisse, die selbst für die norwegische Metropole Seltenheitswert besitzt.
Die genaue Größenordnung der Menschenmenge wurde norwegischen Medienberichten zufolge mithilfe digitaler Messverfahren ermittelt. Dazu analysierten die Behörden die Dichte der aktiven Mobiltelefone im zentralen Stadtgebiet während der Zeremonie. Welchen Ausnahmezustand das Großereignis bedeutete, verdeutlicht der direkte Vorabvergleich: War tags zuvor um 12 Uhr noch eine überschaubare Schar von 114.000 Handynutzern durch die Straßen geschlendert, erkannte das System während der Eidesleistung ein Plus von satten 94.000 Geräten. Da Kleinkinder oder Personen ohne betriebsbereites Smartphone von dieser Messung nicht erfasst werden, dient der ermittelte Wert als Mindestangabe für den enormen Zulauf.
Haakon trat die Nachfolge nach dem Ableben seines Vaters, König Harald V. (†89), an. Wer allerdings auf großen Pomp, Prunk und schwere Geschmeide gehofft hatte, wurde sanft enttäuscht: Die klassische Zeremonie mit Krone und Zepter wurde in Norwegen bereits vor über hundert Jahren eingemottet. Das letzte königliche Paar, das auf diese Weise gefeiert wurde, waren Haakons Urgroßeltern, König Haakon VII. und Königin Maud, im Jahr 1906. An die Stelle der Krönung ist seither das sogenannte "Signing" getreten – eine freiwillige kirchliche Segnung. Dieses vergleichsweise nüchterne Prozedere führte Haakons Großvater Olav V. im Jahr 1958 ein, als er im Nidarosdom in Trondheim den Segen empfing. Zusammen mit dem Verfassungseid bildet dieser Ritus bis heute den üblichen Rahmen des Thronwechsels in Norwegen.
























