Nach US-Open-Niederlage: Serena Williams flieht vor Presse

Nach US-Open-Niederlage: Serena Williams flieht vor Presse

- Melina Becker
Lesezeit: 3 min
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Serena Williams (44) hat bei den US Open in New York für einen überraschenden Abgang gesorgt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Venus Williams (46) bestritt die Tennisikone am 5. September ein hochemotionales Doppel-Match im ausverkauften Arthur Ashe Stadium. Das legendäre Duo musste sich jedoch Maya Joint und Hao-Ching Chan nach einem dramatischen Kampf knapp in der ersten Runde geschlagen geben. Trotz der Auftaktniederlage verabschiedete das New Yorker Publikum die beiden Ausnahmespielerinnen mit stehenden Ovationen, während Serena den Fans beim Verlassen des Courts ein letztes Mal zuwinkte. Doch danach ging alles ganz schnell: Wie Bounces berichtet, verließ sie das Stadion direkt, stieg ohne weiteren Zwischenstopp in ein Auto und fuhr davon. Venus blieb allein zurück und machte sich ohne ihre Schwester auf den Weg in die Umkleide. Weshalb Serena das Gelände so überstürzt verließ, ist bislang nicht bekannt. Für die beiden Tennisikonen war es das erste gemeinsame Match bei einem Grand-Slam-Turnier seit 2022.

Bei der von zahlreichen Medienvertretern angefragten gemeinsamen Pressekonferenz blieben die beiden Schwestern im Anschluss also fern. Die mit Spannung erwartete Medienrunde fand somit ohne die Spielerinnen statt. Venus hätte nach Serenas Weggang zwar allein mit den Journalisten sprechen können, verzichtete ohne ihre Schwester aber ebenfalls auf einen Auftritt. Nur wenige Minuten nach dem Matchball informierte der US-Tennisverband USTA die akkreditierten Medienvertreter in einem offiziellen Statement: "Sie werden heute Abend nicht für die Presse zur Verfügung stehen." Bei Grand-Slam-Turnieren sind Spieler grundsätzlich zu Pressekonferenzen verpflichtet, sofern entsprechende Medienanfragen vorliegen – eine Ausnahme gilt etwa bei Verletzungen. Serena und Venus hatten sich während der Partie allerdings keine Verletzung zugezogen. Eine Geldstrafe müssen die beiden Berichten zufolge dennoch nicht befürchten: Die Verantwortlichen der US Open sollen entschieden haben, auf Sanktionen zu verzichten. In früheren vergleichbaren Fällen waren unter anderem Naomi Osaka (28) und Novak Djokovic (39) zur Kasse gebeten worden.

Der Auftritt in New York war für Serena ohnehin ein besonderer. Erst in der laufenden Saison feierte sie nach einer vierjährigen Auszeit, in der die Familie für sie an oberster Stelle stand, ihre viel beachtete Rückkehr auf die internationale Tennis-Bühne. Ihr mit Spannung erwartetes Comeback hatte die US-Amerikanerin im Juni beim Damen-Doppel der HSBC Championships gefeiert. Auf dem traditionsreichen Rasen des Londoner Queen's Clubs schlug sie dabei an der Seite des kanadischen Nachwuchstalents Victoria Mboko auf. Vor der Partie in New York schwärmte die zweifache Mutter gegenüber ELLE von der Reunion mit ihrer Schwester: "Es gibt wirklich nichts Vergleichbares, als mit Venus zu spielen. Wir machen das schon gemeinsam, seit wir kleine Mädchen waren. Deshalb fühlt es sich unglaublich vertraut und zugleich ganz besonders an, wieder neben ihr im Arthur Ashe Stadium zu stehen." Ihre Töchter Olympia und Adira verfolgten das Match von der Tribüne aus – Olympia soll bei der Entscheidung für das Comeback an Venus' Seite sogar eine wichtige Rolle gespielt haben. Im Arthur Ashe Stadium holte Serena 1999 ihren ersten Grand-Slam-Titel.

Serena Williams und Venus Williams im Doppel bei den US Open im Arthur-Ashe-Stadium.
Imago
Serena Williams und Venus Williams im Doppel bei den US Open im Arthur-Ashe-Stadium.
Serena Williams in der ersten Runde von Wimbledon, Juni 2026
Getty Images
Serena Williams in der ersten Runde von Wimbledon, Juni 2026
Serena Williams und Victoria Mboko im Doppel bei den HSBC Championships in London
Getty Images
Serena Williams und Victoria Mboko im Doppel bei den HSBC Championships in London
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