Norwegens Königshaus setzt nach Haralds Tod auf Social Media
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Norwegens Königshaus setzt nach Haralds Tod auf Social Media

- Janine Karrasch
Lesezeit: 2 min
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Nach dem Tod von König Harald V. (†89) zeigt sich das norwegische Königshaus von einer völlig neuen Seite: digital, gefühlvoll, direkt. Unter Haakon VIII. (53) greift der Hof statt zur regulären Pressestrategie lieber selbst zum Handy, um die Bevölkerung zu informieren. Schon Stunden nach Haralds Tod am 28. August teilte der Palast auf Instagram ein bewegendes Abschiedsreel mit privaten Kindheitsbildern – Harald war 1937 der erste in Norwegen geborene Prinz seit 567 Jahren. Der Post sammelte binnen kürzester Zeit über 674.000 Likes und mehr als 70.000 Kommentare, weitere Erinnerungsposts folgten mit jeweils sechsstelligen Like-Zahlen, berichtet VG. Auch der spontane Auftritt der Familie am Blumenmeer vor dem Schloss in Oslo sorgte für Aufsehen. Der offizielle Instagram-Kanal zählte am Freitagvormittag bereits mehr als 725.000 Follower – Tendenz weiter steigend.

Royalkennerin Tove Taalesen, einst selbst Lakaiin am Schloss, kommt aus dem Schwärmen kaum heraus: Die eigens produzierten, exklusiven Bilder seien "auf der Höhe der Zeit" und würden ganz bewusst eingesetzt, sagt sie gegenüber VG. Der Grund liege auf der Hand: Wer den eigenen Kanal besitze, müsse sich nicht länger auf Sender wie NRK verlassen, sondern steuere die Botschaft selbst. Auch Ex-Kommunikationsmann Carl-Erik Grimstad spricht von einer vorsichtigen, aber gut durchdachten Modernisierung – Website und Social-Media-Kanäle seien nach Haralds Tod auffällig schnell aktualisiert worden. Hinter der Kampagne steckt ein fünfköpfiges Team um Kommunikationschefin Guri Ofstad Varpe mit Know-how in Journalismus, Film und Fotografie. Bereits im Jahresbericht 2025 wurden die Digitalisierung und Professionalisierung des Hofes ausdrücklich erwähnt.

Am vergangenen Montag zeigte sich die Königsfamilie erstmals nach dem Thronwechsel öffentlich. Die Royals traten vor das Schloss, legten Blumen nieder und blickten in die Menge. Mehrere von ihnen weinten und legten gerührt die Hand aufs Herz. VG-Kommentatorin Ayesha Wolasmal betonte, ein solcher Auftritt widerspreche eigentlich dem Protokoll und der gängigen Praxis – zeige aber deutlich, wie sehr die Familie den Rückhalt der Bevölkerung spürt und annimmt. Grimstad warnte trotzdem: Werde Spontaneität zur Gewohnheit, könnten Medienteams künftig dauerhaft vor dem Schloss campieren. Die Sympathiewelle zeigt jedenfalls Wirkung: Laut einer NRK-Umfrage des Instituts Norstat wollen inzwischen 72 Prozent der Norweger die Monarchie behalten, acht Punkte mehr als im Mai – im Februar, mitten in Skandalen um Königin Mette-Marit (53) und Sohn Marius Borg Høiby (29), waren es nur 60 Prozent. Königin Sonja (89) ist mit 8,9 von 10 Punkten aktuell das beliebteste Familienmitglied, dicht dahinter folgt Haakon. Bis zum 9. Oktober gilt allerdings erst einmal Hoftrauer.

Neuer König Haakon VIII. hält seine erste Ansprache an die Nation im Königspalast in Oslo, einen Tag nach dem Tod von König Harald V
Getty Images
Neuer König Haakon VIII. hält seine erste Ansprache an die Nation im Königspalast in Oslo, einen Tag nach dem Tod von König Harald V
Königin Mette-Marit, Königin Sonja, Prinzessin Märtha Louise und König Haakon VIII. gedenken König Harald V. vor dem Schloss in Oslo
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Königin Mette-Marit, Königin Sonja, Prinzessin Märtha Louise und König Haakon VIII. gedenken König Harald V. vor dem Schloss in Oslo
Königin Sonja von Norwegen bei der Treueeid-Zeremonie im Stortinget in Oslo
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Königin Sonja von Norwegen bei der Treueeid-Zeremonie im Stortinget in Oslo
Hat Haakon VIII. mit dem direkten Social-Media-Kurs den richtigen Weg für das norwegische Königshaus eingeschlagen?