Dianas Bruder sah Harry nach Beerdigung "außer Kontrolle"

Dianas Bruder sah Harry nach Beerdigung "außer Kontrolle"

- Louisa Riepe
Lesezeit: 3 min
Promiflash.de bei Google bevorzugenPromiflash.de bei Google bevorzugen

Charles Spencer (62) erhebt schwere Vorwürfe wegen des Umgangs mit Prinz Harry (42) nach dem Tod seiner Mutter Prinzessin Diana (†36). In seinem Buch "Swan Song: Diana, My Sister", das am Dienstag erscheint, blickt Dianas Bruder auf ihre Beerdigung im September 1997 zurück. Ihr jüngster Sohn Harry war damals erst zwölf Jahre alt. Besonders die Zugfahrt von London zum Spencer-Familiensitz Althorp, wo Diana beigesetzt wurde, bereitete Charles offenbar große Sorgen. "Meine wichtigste Erinnerung an diese Zugfahrt ist meine Sorge über den offensichtlichen Mangel an Fürsorge für Harry, als er sich von der Schrecklichkeit des Morgens erholte", heißt es in einem von Daily Mail veröffentlichten Buchauszug. Der Royal habe in dieser Situation vor allem Geborgenheit benötigt. "Er brauchte natürlich Dianas Umarmungen, und die würden ihm für immer verwehrt bleiben. Doch statt Ruhe und Fürsorge ließ man ihn außer Kontrolle geraten", schreibt Charles über seinen Neffen.

Er sei überzeugt, dass eine einfühlsamere Begleitung Harry dabei hätte helfen können, den Verlust seiner Mutter richtig zu verarbeiten. Vor der Fahrt nach Althorp hatte der Zwölfjährige gemeinsam mit seinem damals 15 Jahre alten Bruder Prinz William (44) an einem weltweit verfolgten Trauerzug teilgenommen. Hinter Dianas Sarg gingen damals außerdem der damalige Prinz Charles (77), dessen Vater Prinz Philip und Charles Spencer bis zur Westminster Abbey. Dianas Bruder nahm Harry dabei als besonders schutzlos wahr. "Ich kam nicht darüber hinweg, wie winzig, schmal und verlassen Harry aussah", erinnert er sich laut Daily Mail. Gleichzeitig habe er sich die Frage gestellt, wie das trauernde Kind diese öffentliche Tortur sowie die weiteren Belastungen des schweren Tages überhaupt überstehen sollte. Aus Charles' Sicht fehlten seinem Neffen nach den schlimmen Ereignissen genau die Ruhe und der Halt, die er in diesem Moment dringend gebraucht hätte.

In seinem Buch erhob Charles weitere schwere Vorwürfe. In Auszügen, die die Daily Mail veröffentlicht hatte, schilderte er ein Telefonat mit dem damaligen Prinz Charles kurz nach dem tödlichen Unfall am 31. August 1997. Der heutige König habe dabei "wie ein Lottogewinner" gewirkt. Außerdem behauptete Charles, im Buckingham Palace seien manche nach der Nachricht vom Tod der Prinzessin "erleichtert – ja, sogar erfreut" gewesen. Aus seiner Sicht habe Charles vor allem im Kopf gehabt, dass er nun Camilla Parker Bowles (79) heiraten könne. Das Königshaus hatte die Anschuldigungen am Mittwochabend indirekt zurückgewiesen. "Obwohl wir uns grundsätzlich nicht zu Büchern äußern, ist sich Seine Majestät bewusst, dass der Schmerz über die Trauer um einen Geschwisterteil die Vernunft trübt, das Urteilsvermögen beeinträchtigt und die Erinnerung auf eine Weise verfälschen kann, die anderen nicht bewusst ist – selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust", hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Prince Harry besucht die Invictus Spirit Awards der Invictus Games Foundation in Greenwich
Getty Images
Prince Harry besucht die Invictus Spirit Awards der Invictus Games Foundation in Greenwich
Charles Spencer im Mai 2024
Getty Images
Charles Spencer im Mai 2024
Prinzessin Diana im schwarzen Christina-Stambolian-Kleid bei der Vanity-Fair-Party in der Serpentine Gallery, London 1994
Imago
Prinzessin Diana im schwarzen Christina-Stambolian-Kleid bei der Vanity-Fair-Party in der Serpentine Gallery, London 1994
Findet ihr, Prinz Harry wurde nach Dianas Tod ausreichend geschützt?