

Trotz BTS-Boykott: Grammys halten an Asien-Kategorie fest
In diesem Jahr wird bei den Grammy Awards einiges anders laufen. Die neue Kategorie "Best Asian Pop Music Performance" wurde extra kreiert, kommt aber nicht bei allen Künstlern und Musikern gut an. Damit sollen erstmals Darbietungen aus den großen asiatischen Musikmärkten ausgezeichnet werden. Berücksichtigt werden unter anderem Acts aus den Bereichen K-Pop, J-Pop und C-Pop. Besonders eine der größten K-Pop-Bands hat sich empört gezeigt: BTS plant, die Grammys zu boykottieren, weil sich die neue Kategorie für sie eher wie Ausschließung als wie Miteinbeziehung anfühlt. Daraufhin führte die Organisation Gespräche mit Vertretern der Branche und asiatischen Popkünstlern. Academy-Präsident Harvey Mason verteidigte den Schritt gegenüber The Hollywood Reporter mit der Resonanz aus der Musikwelt: "Doch das mit Abstand deutlichste Feedback kam von Menschen, die die Kategorie begeistert unterstützten – von anderen Musikschaffenden, die uns darin bestärkten, sie beizubehalten."
Der Academy-Chef sei sich bewusst, dass diese Entscheidung zur Beibehaltung der Kategorie für Ärger unter den verschiedenen Fan-Gruppen führen dürfte. Dennoch empfindet er die Entscheidung als richtig und wichtig. "Wir haben offenes Feedback von Menschen aus unserer Community gehört, die eine Fortführung dieser Kategorie nicht unterstützen. Wir haben auch von Menschen gehört, die keine korrekten Informationen über die Kategorie hatten, und es war besonders wertvoll, Raum zu schaffen, um Missverständnisse auszuräumen", ordnete Harvey gegenüber The Hollywood Reporter ein. Kritiker der neuen Regelung und einige Anhänger von BTS weisen wiederholt darauf hin, dass eine extra Sparte für asiatische Künstler eher dazu führen würde, Künstler weiterhin auszugrenzen oder gar als andersartig zu behandeln.
BTS hatte sich gegenüber The Hollywood Reporter deutlich für einen Boykott der neuen Kategorie und grundsätzlich gegen die gesamte Veranstaltung ausgesprochen. "Wir hoffen, dass Musik als das gehört und geliebt werden kann, was sie ist, anstatt nach Region oder Sprache getrennt zu werden", hieß es in einem Statement. Für besonderen Zündstoff sorgt eine Zulassungsregel: Ein eingereichter Song muss eine asiatische Sprache in "bedeutendem Umfang" verwenden. Damit können ausgerechnet jene K-Pop- und J-Pop-Acts durchs Raster fallen, die für ihren Erfolg auf dem US-Markt verstärkt auf englischsprachige Musik setzen. Auch BTS setzen seit einiger Zeit für ihre Singles vermehrt auf den Gebrauch der englischen Sprache. Ihr Song "Swim", der als möglicher Anwärter auf "Song of the Year" gehandelt wurde, erfüllt die Vorgaben schonmal nicht.


























