20 Jahre nach Vaters Tod trifft Annette Frier wieder Trauer
Annette Frier (52) spricht offen über einen schmerzhaften Verlust, der sie bis heute begleitet. Im Podcast "Vom Leben und Tod: Lachen bis zum Schluss" erinnert sich die Schauspielerin an ihren Vater Jörg Frier, der 2003 im Alter von nur 56 Jahren verstarb. Annette selbst war damals gerade einmal 29 Jahre alt. Obwohl der Tod ihres Vaters mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt, wird sie von der Trauer manchmal noch immer völlig unerwartet überwältigt. Besonders an seinem Todestag kommen die Erinnerungen innerhalb der Familie jedes Jahr aufs Neue hoch. Wie emotional dieser Tag ausfällt, sei allerdings ganz unterschiedlich. "Mal ist ein Jahr, da geht das ganz easy, da geht der Tag einfach so vorbei. Aber dann gibt es Jahre, da liegen wir uns in den Armen und sind völlig fertig, als wäre das gestern passiert", berichtet die 52-Jährige laut Joyn. Für Annette zeigt diese Erfahrung vor allem eines: Der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen lässt sich nicht an der vergangenen Zeit messen. "Zeit spielt in diesem Sektor gar keine Rolle", stellt sie fest.
Bereits ein bis zwei Tage vor dem Todestag ihres Vaters werde dessen Andenken in der Familie meist wieder zum Thema. Im gemeinsamen Chat tauschen sich die Angehörigen dann beispielsweise darüber aus, wer sein Grab besuchen möchte. Besonders schwer sei für Annette jedoch die unmittelbare Zeit nach seinem Tod gewesen. Plötzlich mussten vertraute Familienfeste wie Weihnachten oder Geburtstage erstmals ohne ihren Vater stattfinden. Im Podcast erklärt die Kölnerin, wie wichtig es ihrer Meinung nach ist, sich in solchen Situationen bewusst mit dem eigenen Schmerz auseinanderzusetzen. "Es gibt in manchen Momenten keine Priorität in deinem Leben außer der Trauer", betont sie. Gerade nach einem schweren Verlust müsse es erlaubt sein, andere Dinge vorübergehend hintenanzustellen. Deshalb appelliert die Schauspielerin auch an andere Betroffene, ihre Gefühle nicht zu verdrängen. "Wenn sich Menschen nicht die Zeit für ihre Trauer nehmen, dann kommen die nicht wieder in ihr Leben und in ihren Tritt", erklärt sie. Für Annette ist Trauer somit etwas, das Aufmerksamkeit und Raum benötigt, statt einfach neben dem gewohnten Alltag bewältigt zu werden.
Um ihre eigenen Erfahrungen zu beschreiben, greift Annette auf einen bildlichen Vergleich zurück. Unmittelbar nach einem Verlust gleiche der Schmerz einer "klaffenden Wunde", die im Laufe der Zeit zwar heilen und eine Narbe hinterlassen könne, aber dennoch nicht vollständig verschwinde. Selbst nach vielen Jahren könne diese vermeintlich verheilte Stelle plötzlich wieder aufbrechen und wehtun. Genau so erlebe sie die Trauer um ihren Vater, dessen Tod auch nach über 20 Jahren noch immer einen festen Platz in ihrem Leben einnimmt. Inzwischen habe die Schauspielerin gelernt, solche Momente zu akzeptieren und sich nicht unter Druck zu setzen, irgendwann endgültig mit dem Verlust abgeschlossen haben zu müssen. Gleichzeitig empfinde sie Jörg weiterhin als einen wichtigen Teil ihres Familienlebens. Er sei "eigentlich immer in Begleitung", beschreibt Annette die bleibende Verbundenheit zu ihrem verstorbenen Vater. Die 52-Jährige stammt selbst aus einer künstlerisch geprägten Familie: Auch ihre Schwester Caroline Frier (43) ist als Schauspielerin erfolgreich.

























