Familienmitglied: Sara Kulka erinnert sich an Missbrauch

Familienmitglied: Sara Kulka erinnert sich an Missbrauch

- Anita Ehlert
Lesezeit: 2 min
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Sara Kulka (36) blickt auf ein dunkles Kapitel ihrer Kindheit zurück: In ihrem Buch "Das Mädchen, das ich retten musste" und in einem Interview mit Bild erzählt die ehemalige GNTM-Kandidatin von dem sexuellen Missbrauch, den sie als Kind erlebt habe. Der Täter sei ihr eigener Onkel gewesen, die Übergriffe hätten rund drei Jahre angedauert. Damals habe Sara aus Angst, Scham und tiefen Schuldgefühlen niemandem davon erzählt. Wie sie die Situationen innerlich überstand, beschreibt sie in ihrem Buch mit drastischen Worten: "Ich war nicht ich. Ich war tot." Wie schwer das Erlebte wirklich wog, habe sie erst viele Jahre später vollständig begriffen. Mit 30 Jahren sei ihr klar geworden, was ihr damals widerfahren war – zu einem Zeitpunkt, an dem sie selbst mit schweren Depressionen zu kämpfen hatte.

Warum sie ihren Onkel nie anzeigte, erklärt Sara ebenfalls im Gespräch mit Bild. Ihr sei seine geistige Beeinträchtigung bewusst gewesen. Außerdem habe sie befürchtet, durch ein womöglich jahrelanges Gerichtsverfahren immer wieder mit den schmerzhaften Erinnerungen und Traumata ihrer Kindheit konfrontiert zu werden. Für eine solche juristische Auseinandersetzung habe ihr damals schlicht die Kraft gefehlt. Ganz ungesagt blieb das Thema zwischen den beiden allerdings nicht: Vor zwei Jahren traf die Reality-TV-Bekanntheit ihren Onkel, der noch lebt, ein letztes Mal und stellte ihn zur Rede. "Ich habe ihm unmissverständlich klargemacht, dass er niemals wieder einem Kind etwas antun darf. Ich habe ihm meine ganze Wut gezeigt", berichtet sie gegenüber Bild über die Begegnung. Nach dieser Konfrontation habe es zwischen den beiden keinen weiteren Kontakt mehr gegeben. Zu einer Strafanzeige kam es auch danach nicht.

Aufgewachsen ist Sara zunächst bei ihren Großeltern im polnischen Dorf Zielonczyn, ihren Vater kannte sie nicht. Als sie sechs Jahre alt war, holte ihre Mutter sie nach Leipzig. Dort sprach sie anfangs kein Deutsch, sei ohne Essen zur Schule geschickt und von Mitschülern gemobbt worden. Während ihre Mutter als Kellnerin arbeitete, sollte Saras Onkel auf sie und ihren jüngeren Halbbruder aufpassen. Ein Ende fand diese Konstellation, als Sara ihrer Mutter erzählte, dass der Onkel ihren Halbbruder schlage, und sie bat, ihn wegzuschicken. Von dem eigenen Missbrauch berichtete sie damals jedoch nichts. Erst vor drei oder vier Jahren weihte die zweifache Mutter ihre Mutter ein. Diese habe ihr zunächst nicht richtig glauben können. Mehrfach habe Sara das Erlebte schildern müssen, bis ihre Mutter langsam verstanden habe, was damals wirklich passiert war.

Sara Kulka, Januar 2026
Imago
Sara Kulka, Januar 2026
Sara Kulka, Model
IMAGO / Eventpress
Sara Kulka, Model
Sara Kulka beim Leipziger Opernball 2022
Getty Images
Sara Kulka beim Leipziger Opernball 2022
Wie findet ihr es, dass Sara Kulka ihre Geschichte nun in einem Buch öffentlich macht?