Nach Welterfolg: Ethan Hawke schob zehn Jahre Frust

Nach Welterfolg: Ethan Hawke schob zehn Jahre Frust

- Anna Pejsek
Lesezeit: 3 min
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Ethan Hawke (55) hat einen ernüchternden Blick auf die Jahre nach seinem großen Durchbruch geworfen. Bei einem Buchgespräch zu Kyle MacLachlans (67) Memoiren "Fictional Selves" im Symphony Space in New York erinnerte sich der Schauspieler daran, wie positiv er 1989 die Dreharbeiten zu "Der Club der toten Dichter" unter Regisseur Peter Weir erlebt hatte. Damals habe er geglaubt, so laufe es bei Filmproduktionen eben immer ab. Doch anschließend musste er nach eigener Aussage zehn Jahre warten, bis er eine ähnlich großartige Erfahrung machen konnte. Seine Bilanz über so manche Produktion fällt entsprechend deutlich aus: "Viele Menschen sind wirklich kalt, rücksichtslos und gemein, und sie wollen unbedingt etwas verkaufen, sie wollen dich manipulieren und haben keinen Respekt vor Schauspielern", sagte der Schauspieler bei dem Gespräch, wie Female First berichtet. Den Gegenentwurf hat er längst gefunden: Mit Regisseur Richard Linklater (66) hat er bereits neun Filme gedreht, Projekt Nummer zehn läuft gerade.

Ethan beschrieb die Sets des Regisseurs als geschützten kreativen Raum, in dem persönliche Nähe offene Gespräche möglich mache. "Man kann über alles reden, wenn man unter Freunden ist, oder? Man kann den dunkelsten Gedanken teilen, wenn man weiß, dass man geliebt wird. Und genau so fühlt sich ein Linklater-Set an", erklärte er im Symphony Space. Anlass für seine Worte war ein Austausch mit seinem "Lowdown"-Kollegen Kyle über langjährige künstlerische Partnerschaften – bei Kyle war das die Zusammenarbeit mit dem 2025 verstorbenen David Lynch (†78). Beide hätten großes Glück gehabt, betonte Ethan: Viele junge Schauspieler träumten von einer dauerhaften Verbindung zu einem Filmemacher, doch solche vertrauensvollen Bündnisse seien in Hollywood eher die Ausnahme. Kyle bestätigte den Kontrast zu weniger angenehmen Drehs und erinnerte sich an Davids Sets als Orte voller Freude, kreativer Freiheit und Begeisterung – selbst bei den schweren Szenen von "Blue Velvet".

Ethans kritische Sicht auf die Branche reicht weit zurück. Schon als Teenager geriet er in die Filmwelt: Mit 14 Jahren stand er für den Science-Fiction-Film "Explorers" neben River Phoenix (†23) vor der Kamera. Der Streifen floppte jedoch, und die Hoffnungen, die der junge Darsteller daran geknüpft hatte, erfüllten sich zunächst nicht. Daraufhin kehrte er an die US-Ostküste zurück, beendete die Schule und begann ein Studium. Der nachhaltige Durchbruch kam dann 1989 mit "Der Club der toten Dichter" an der Seite von Robin Williams (†63) und Robert Sean Leonard. Peter Weirs wertschätzende Arbeitsweise setzte dabei offenbar einen Maßstab, an den in den Jahren danach kaum ein Set heranreichte. Bis Ethan schließlich auf Richard Linklater, mit dem er inzwischen bereits neun Filme gedreht hat.

Ethan Hawke bei den Peabody Awards im Beverly Wilshire Hotel, 31. Mai 2026
Getty Images
Ethan Hawke bei den Peabody Awards im Beverly Wilshire Hotel, 31. Mai 2026
Robin Williams als John Keating in "Der Club der toten Dichter" (1989)
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Robin Williams als John Keating in "Der Club der toten Dichter" (1989)
Ethan Hawke, Schauspieler
Getty Images
Ethan Hawke, Schauspieler
Könnt ihr verstehen, dass Ethan nach "Der Club der toten Dichter" so hohe Erwartungen an weitere Drehs hatte?