Fehlendes Blut wirft Fragen zu Kurt Cobains Tod auf

Fehlendes Blut wirft Fragen zu Kurt Cobains Tod auf

- Sandrine Palme
Lesezeit: 3 min
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Mehr als 32 Jahre nach dem Tod von Kurt Cobain (†27) rückt der Fall erneut in den Fokus der Behörden. Die unabhängige Polizeiaufsicht in Seattle, das sogenannte Office of Police Accountability, untersucht derzeit Vorwürfe, wonach die damaligen Polizeiberichte nicht vollständig mit den forensischen Spuren übereinstimmen sollen. Im Mittelpunkt steht dabei laut news.com ein auffälliges Detail: An der linken Hand des Nirvana-Frontmanns, mit der er laut offizieller Darstellung den Lauf der Schrotflinte gehalten haben soll, seien offenbar keine Blutspuren gefunden worden. Der damalige Polizeichef Shon Barnes soll diese Unstimmigkeit bei einem Gespräch mit privaten Ermittlern im November 2025 selbst thematisiert haben. Die ehrenamtliche Forschungsgruppe Who Killed Kurt? fordert deshalb, den Fall noch einmal umfassend zu untersuchen. Kurt war am 5. April 1994 im Alter von nur 27 Jahren mit einer Schussverletzung am Kopf in einem Gewächshaus auf seinem Anwesen in Seattle entdeckt worden. Sein Tod wurde noch am selben Tag als Suizid eingestuft.

Bei dem Treffen in der Polizeizentrale präsentierten die leitende Ermittlerin Michelle Wilkins und der ehemalige King-County-Staatsanwalt Mark Larson laut New York Post eine wissenschaftlich begutachtete Analyse, die von einem möglicherweise inszenierten Tötungsdelikt ausgeht. Als Mark die Vermutung äußerte, Kurts Hand könnte erst nach dem Schuss an der Waffe platziert worden sein, soll Shon daraufhin erklärt haben: "Das ist also die Erklärung – die Hand wurde nach dem Blutspritzereignis platziert." Auch die schnelle Einstufung des Todes als Suizid wurde bei dem Gespräch angesprochen. Dazu soll der damalige Polizeichef gesagt haben: "Eine Feststellung erfolgt nach einer Untersuchung. Obwohl ich damals nicht hier war, untersuchen wir als ausgebildete Ermittler jeden Todesfall so, als wäre er ein Tötungsdelikt, und treffen dann eine Feststellung." Dennoch lehnte die Polizei von Seattle eine Wiederaufnahme der Ermittlungen im Januar 2026 ab. Zur Begründung verwies sie auf eine erneute Überprüfung aus dem Jahr 2014, bei der keine Hinweise auf Fremdeinwirkung festgestellt worden waren. Nach einer Beschwerde vom 28. Juni 2026 befasst sich nun die unabhängige Aufsichtsbehörde mit den Vorwürfen.

Michelle betonte gegenüber der New York Post, dass ihre Forschungsgruppe keineswegs bewiesen habe, dass Kurt ermordet worden sei. Vielmehr seien die vorgelegten Erkenntnisse ihrer Ansicht nach Anlass genug für weitere Untersuchungen. "Unsere Position ist nicht, dass wir bei diesem Treffen ein Tötungsdelikt schlüssig bewiesen haben." Weiter erklärte sie: "Vielmehr verlangen die von uns vorgebrachten Punkte eine gründliche und neue Prüfung." Weder Shon noch die Polizeiaufsicht oder die Polizei von Seattle beantworteten die Anfragen der Zeitung. Bereits Anfang 2026 hatte eine private forensische Untersuchung für Aufsehen gesorgt. Damals hatte ein Team anhand von Autopsieergebnissen und Tatortunterlagen argumentiert, dass mehrere Indizien möglicherweise eher auf ein Gewaltverbrechen als auf einen Suizid hindeuteten. Auch Kurts Witwe Courtney Love (62) wird durch die erneute Diskussion wieder mit den Umständen seines Todes konfrontiert. Sie hält weiterhin daran fest, dass ihr Mann durch Suizid starb. Schon 1995 hatte die Musikerin laut New York Post die vollständige Polizeiakte angefordert und verlangt, dass keine Kopien bei der Behörde verbleiben. Sie befürchtete, dass Geschäftemacher mit den Unterlagen Profit erzielen könnten. Die Polizei lehnte ihre Forderung jedoch ab. Kurt und Courtney hatten eine gemeinsame Tochter.

Kurt Cobain im Jahr 1993
ActionPress
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Kurt Cobain, Frontsänger der Rockband Nirvana
Diena-Brengola/face to face
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Kurt Cobain, Frances Bean und Courtney Love
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Sollte die Polizei die Ermittlungen zu Kurts Tod noch einmal offiziell aufnehmen?